München, 1865

…ist das Setting von Ju Honischs Obsidianherz aus dem Feder & Schwert Verlag.

obsidianEs ist noch gar nicht so lange her, da habe ich mich so gut wie gar nicht an Fantasy rangetraut. Weil nichts so gut sein kann wie Tolkien, dachte ich. Dann haben mich Autoren wie Neil Gaiman, Terry Pratchett, Patrick Rothfuß oder China Miéville eines besseren belehrt. Keiner der Autoren wird jemals Tolkien den Platz in meinem Leben als erster Türöffner in magische Welten und Vermittler von Freundschaften in der Realwelt streitig machen, selbst wenn mir einige der neueren Geschichten eigentlich sogar besser gefallen.

Und dann ist es noch nicht wirklich lange her, da habe ich fast ausschließlich englischsprachige Literatur gelesen. So hatte es Ju Honisch gar nicht leicht, überhaupt erst auf meinen Radar zu kommen – und dann auch noch für gut befunden zu werden. Das Obsidianherz, Fantasy/gothic novel/Steampunk, war so spannend, dass ich die 816 Seiten in nur drei Tagen durch hatte. Vielleicht war die eigentlich taffe Hauptdarstellerin Corrisande am Ende doch ein bisschen zu viel damsel in distress, was aber durch das Setting und die jugendliche Unerfahrenheit völlig legitim begründbar ist. Ich bin also gespannt auf die Salzträume.

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4 Gedanken zu “München, 1865

  1. Fantastik aus Deutschland hat es schwer, da bei uns Fantasy doch sehr oft wie eine ansteckende, unheilbare Krankheit beäugt wird. In vielen „literarischen Kreisen“ darf Literatur nur todernst, tiefsinnig und „sterbenslangweilig“ sein.
    Doch gerade in der Fantastik finden wir oft sehr ernste Themen und an Tiefsinnigkeit wird auch nicht gespart. Einzig und allein, dass Literatur die unterhält und nicht „sterbenslangweilig“ daherkommt, ist schon ein Grund mehr, diese mit einem Naserümpfen links liegen zu lassen. Ja und dann gibt es die Fantastikliebhaber, die der Meinung sind, dass deutschsprachige Autoren nicht wirklich den englischen und amerikanischen Autoren das Wasser reichen können.
    Denen kann man nur immer wieder sagen: Nur durch lesen wird man da eines Besseren belehrt.

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  2. Ich streue hier nebenbei mal den Satz meines Englisch-Kollegen ein: „Tolkien ist Trivial-Literatur!“ Da wundert es mich nicht, wenn es Fantasy schwer hat…

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