Das beste Navi im Kinzigtal

Gelnhausen-Altenhasslau-Hailer

Gelnhausen aus der Luft

Aus ganz besonderem Anlass gibt es heute eine ganz besondere Pendelgeschichte.

Irgendwann Ende der Neunziger, also vor der Zeit der elektronischen Navigationsgeräte, da machte ich mich mit meinem guten Freund Jörg auf den Weg zur Herbstfreizeit der NAJU Hessen in Gelnhausen. Mit der Einladung zu solchen Veranstaltungen bekam man immer eine prima Anfahrtsbeschreibung geliefert, die normalerweise sogar gut an selbst abgelegene Orte führte. Wir waren auf der Suche nach der Schule, die für das Wochenende unsere Unterkunft sein würde.

Jörg drückte mir nach der Abfahrt von der Autobahn die Anfahrtsbeschreibung in die Hand. „Guck mal, wo wir jetzt lang müssen.“ Alles klar. Karten lesen ist meine leichteste Übung, außerdem habe ich einen sehr guten Orientierungssinn. „Also, demnächst müssten wir an einen Bahnübergang kommen.“ Und schwupps war der auch schon da, obwohl wir laut der Karte auf dem Zettel eigentlich noch ein bisschen weiter hätten fahren müssen. Seltsam, aber egal, wir haben ihn ja gefunden. „Dann muss es demnächst in einer Kurve nach links den Berg hochgehen.“ Wo der Bahnübergang zu schnell war, ließ die Kurve irgendwie zu lange auf sich warten. Ich begann erste Zweifel zu äußern, da tauchte die Kurve doch noch auf. Also gut. „Nach der Beschreibung führt die Straße eigentlich am Waldrand entlang“, murmelte ich verwirrt vor mich hin. Wir waren mitten im Wohngebiet. „Und da vorne müsste die Schule dann gleich sein.“ War sie aber nicht. Irgendwas ist hier faul. Jörg hielt kurz an und schaute auf die Karte. Bahnübergang – check, Linkskurve – check, aber die Schule hätte schon längst hier links auftauchen müssen. Wir fahren einfach noch ein Stück weiter und fragen nach, beschlossen wir. Doch bevor wir den Plan umsetzten konnten, tauchte die Schule links von uns auf.

Beim Aussteigen waren Jörg und ich immer noch etwas fassungslos ob der inakkuraten Karte und Anfahrtsbeschreibung. Bis Jörg den Zettel umdrehte und in lautes Lachen ausbrach. Die Wegbeschreibung war die der Herbstfreizeit vom Jahr zuvor, an einem völlig anderen Ort. Egal. Offensichtlich kommt man mit dem richtigen Navigator überall hin. Auch wenn man ab und zu ein Schlagloch in Malta trifft.

Jörg, ich glaube Du hast nun die richtige Navigatorin auch außerhalb des Kinzigtals gefunden. Ich wünsche Euch alles Gute auf Eurem gemeinsamen Weg. Vergesst einfach alle Beipackzettel und geht auf Eure eigene Reise. Viel Spaß dabei – und lasst es heute krachen!

Bild: Luftbild von Gelnhausen von Dr. Bernd Gross (CC BY-SA 3.0)

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2 Gedanken zu “Das beste Navi im Kinzigtal

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