Wo ist mein Solschenizyn?

Das habe ich mich die letzten Tage gefragt. Ich bin nämlich ein Überall-Leser. Ob ich jetzt im Zug sitze, zum Einkaufen fahre, auf eine Geburtstagsparty, vom oberen ins untere Stockwerk gehe – fast immer ist mein aktueller Lesestoff mit dabei. Und keine Angst, ich plane nicht, auf der Party in der Ecke zu sitzen und meine Nase ins Buch zu stecken. Und in 98% der Fälle schlage ich das Buch außerhalb des Zuges oder des Bettes eh nicht auf.

Aber man könnte ja auf dem Weg irgendwohin eine Pause machen müssen, oder man steht im Stau, oder man hat eine Reifenpanne, oder man muss plötzlich ins Krankenhaus … Für all diese Eventualitäten, und wenn es sich nur um eine Minute unverhoffter freier Zeit handelt, ist mein Buch immer griffbereit.

Theoretisch jedenfalls. Bei dem ständigen hin und her, vor allem im Haus, dauert das Suchen manchmal ein bisschen länger. Wo bin ich heute hingetapert und habe dabei das Buch möglicherweise unter dem Arm gehabt? Vorgestern war mein Solschenizyn zum Beispiel mit im Nachbarort, hat aus dem Auto einen Rinderumtrieb gesehen und das Esszimmer von Freunden, in dem ich sogar für zwei Seiten Zeit hatte, als es unten an der Tür klingelte und ich für drei Minuten allein war. Hat sich also gelohnt. Am Abend hab ich den Solschenizyn dann allerdings vergeblich gesucht. Hab ich ihn etwa auf dem Esstisch liegengelassen? Oder im Auto irgendwo?

Heute Morgen ist er wohlbehalten auf dem Brotkasten in der Küche aufgetaucht.

solschenyzin

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5 Gedanken zu “Wo ist mein Solschenizyn?

  1. Dieses Verhalten ist mir nicht fremd, meine Leidenschaft ist allerdings meine Kamera. Lesestoff habe ich auch immer dabei, mittlerweile sind es allerdings eher Comics. Bei den Büchern habe ich gerade bei schwererem Lesestoff die Schwierigkeit mich nicht mehr an das zu erinnern, was ich da vorher gelesen habe. Dann muss ich doppelt lesen, und dann wieder.

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  2. Vor ein paar Jahren habe ich das Buch durch Strickzeug ersetzt. Ein Buch ist aber trotzdem ausserhalb des Hauses dann doch noch mit dabei, wenn klar ist, dass es längere Wartezeiten geben könnte. Irgendwie schade, dass ich nicht mehr annähernd soviel lese, wie früher.

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  3. Pingback: Ich bleib erst mal bei der Gutenberg’schen Technologie | Durch das Wilde Kinzigtal

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