Takami – Collins: 1:3

Koushun Takamis Battle Royale (erstmals 1999 in Japan erschienen; meine Ausgabe 2014 bei Heyne) nimmt das Grundkonzept von Suzanne Collins Tribute von Panem voraus. Jedes Jahr treten Schüler der 9. Jahrgangsstufe in der totalitären Republik Großostasien (China und Japan) in einem Kampf auf Leben und Tod gegeneinander an. Die Klassen werden willkürlich ausgesucht und die Schüler meist auf eine kleine Insel gebracht auf der sie sich gegenseitig umbringen müssen. Wer sich dem ‚Spiel‘ entzieht, wird von den Machern liquidiert.

Dabei fehlt der ‚königlichen Schlacht‘ allerdings der ausführliche Hintergrund zu den gesellschaftlichen Gegebenheiten, die die Tribute auszeichnen, was natürlich vor allem daran liegt, dass Collins drei Bände und Takami nur ein Buch geschrieben hat. Dadurch verkommen Takamis Tode auf der Insel allerdings zu einer Art makabren Parade, einer reinen Auflistung von interessanten, möglichst blutigen Todesursachen. Was am Anfang noch total mitreißt, wird bei Tod Nr. 20 tatsächlich irgendwann langweilig. Die eigentlich spannende Geschichte, wie der Alltag im totalitären Staat aussieht und wie Überlebende der Spiele damit umgehen, wird nicht oder nur am Rande erzählt. Es fehlt also genau das, was Collins Tribute zu einem Meisterwerk machen. Trotzdem: prima Lesestoff für Fans von Dystopien.

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