Die Toten vom Kinzigtal

KinzigtalDas Buch ist ja quasi Pflichtlektüre für diesen Blog. Eine Berliner Bekannte schickte mir einen Link dazu, mit der freudigen Botschaft: „Bis vor kurzem hätte mir dieses Tal so gar nichts gesagt.“

Also, ab in ‚meinen‘ Buchladen, Dichtung & Wahrheit in Wächtersbach, wo ich sogar ein vom Autor signiertes Exemplar (2015 im auf Regionalkrimis spezialisierten Kölner emons Verlag erschienen) in die Hand gedrückt bekam. Der ist wohl öfter vor Ort. Matthias Fischer ist schreibender Pfarrer und Notfallseelsorger – und das merkt man.

Vor allem die Frau des Ermittlers – eine Pfarrerin und Notfallseelsorgerin … – aber auch Caspari selbst bieten einen moralischen Kompass, der den meisten Krimis völlig abgeht. Hier wird das Trauma nicht nur erlebt, sondern ansatzweise tatsächlich verarbeitet. Die erschütternden Erfahrungen, die z.B. der Ermittler macht, werden ausnahmsweise nicht in irgendwelche selbstzerstörerischen Bahnen geleitet. Dieser Mensch hat sozialen und spirituellen Rückhalt, was ihn auf jeden Fall für Otto-Normal-Leser zugänglicher macht. Für eingefleischte Atheisten könnte es allerdings etwas zäh werden.

Am Anfang hastet die Geschichte etwas Holter-die-Polter vorbei, was allerdings vor allem daran liegt, dass viele Dinge, die in vorigen Bänden erzählt wurden, hier für Erstleser wie mich kurz zusammengefasst werden. Es werden natürlich jede Menge Schauplätze im und um das Kinzigtal erwähnt. Bei einem davon finde ich es etwas schade, dass er so verändert wurde. Denn die Realität von Schloss Ramholz ist tatsächlich viel spannender als die geschaffene Fiktion. Manchmal bleibt der Schauplatz reines name-dropping, meist in Verbindung mit body-dropping. Ein ganz klein bisschen mehr Orts- und Landschaftsbeschreibung hätte ich bei einem solchen Regionalkrimi schon erwartet. Trotzdem sind weitere Abenteuer mit Dr. Caspari nicht ausgeschlossen. Vielleicht sollte ich allerdings diesmal ganz am Anfang anfangen.

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Ein Gedanke zu “Die Toten vom Kinzigtal

  1. Pingback: Mein zweiter Fischer | Durch das Wilde Kinzigtal

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