Charme in der Straßenbahn

Freitagabend, Feierabend. Ich steige in die Straßenbahn – und bleibe direkt hinter der Tür stehen. Ein Kardinalfehler im ÖPNV, wenn man nicht der letzte Ein- und der erste Aussteiger ist. So ist es geplant. Ich fahre nur eine Station.

Die Straßenbahn hält und von hinten drückt jemand hektisch auf den noch nicht grün gewordenen Türschalter, und mir in den Rücken. Der Mann hinter mir brummt schon leise mürrisch vor sich hin. Dann hat er mich fluchend zur Seite geschoben, bevor ich aussteigen kann, da ich weiter am Rande stehe und die Tür noch nicht ganz auf ist.

„Ich wünsche ihnen auch ein wunderschönes Wochenende“, flöte ich ihm hinterher. Er dreht sich um, um meinem vermeintlichen Geschimpf mit Gegengeschimpf zu begegnen. Als er mich hinter sich charmant lächeln sieht, kommen meine Worte so langsam in seinem Hirn an. Völlig verwirrt macht sich der Mann wieder auf die Reise in den Feierabend. Gern geschehen.

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Frankfurter Straßenbahn um 1900 – damals, als die Menschen noch höflich waren

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4 Gedanken zu “Charme in der Straßenbahn

    • Danke. Eigentlich war der erste Impuls was ganz anderes … Aber ich habe beschlossen, den Menschen meinen Stinkefinger auf charmante Art und Weise zu zeigen. Frei nach Carl Orff: „Sei reizend zu deinen Feinden, nichts ärgert sie mehr.“ =:)

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