Russland durch die Zeiten

English (original) version below

RusskaAm Anfang dachte ich, durch den Schinken komme ich nicht durch. Edward Rutherfords Russka (meine Ausgabe von Arrow, 1992) fing irgendwie sperrig an. Die Sammlung von Novellen und Romanen verfolgt grob eine Familie durch die Zeiten in Russland. Hauptschauplätze sind zwei Dörfer, die beide Russka heißen, das eine bei Kiew in der jetzigen Ukraine, das zweite weiter im Norden, in der Nähe von Moskau.

Seinen Anfang nimmt die große Reise im Jahr 180 als Finno-Ugrische Volksstämme auf Slawen treffen. Danach machen Reitervölker aus dem Osten das Land zunehmend unsicher. Großes Thema der späteren Episoden ist die rückschrittliche Gesellschaft im Vergleich zum Westen. Dabei ist ausgerechnet die Anfangsgeschichte ist die holprigste, da hier am meisten nebenbei erklärt wird. Irgendwie werden dabei die Charaktere zum Durchschnittsrepräsentanten ihres Volkes degradiert. Die Geschichte weicht der Geschichte. Ich habe das Gefühl, das bessert sich in den späteren Episoden. Entweder weil tatsächlich nicht mehr so viel erklärt wird, oder weil ich mich einfach dran gewöhnt habe.

Man bekommt auf jeden Fall gut recherchierte Einblicke in die jeweilige Zeit, die sicher einige Dinge klarer machen – z.B. warum Russland ausgerechnet so ein großes Interesse an der Ukraine hat – wenn auch durch eine ziemlich westliche Brille.

Russia through the ages

At the beginning I thought I’d never be able to finish this tome. Edward Rutherford’s Russka (my edition by Arrow, 1992) was unwieldy, and not only in size. The collection of novellas and novels roughly follows a family through the ages in Russia. Main setting are two villages called Russka, one near Kiev in what is now the Ukraine, the other further North, near Moscow.

The journey starts AD 180 as Finno-Ugrian tribes meet Slavic ones, then the focus is on the incursion of horse peoples from the East into the region. Main topic of the later episodes is the reactionary society compared to the West. Of all things, the initial story is the clumsiest as it explains a lot of things ‘by the way’ – which somehow leaves the characters as mere average representatives of their tribes. The story gives way to history. However, I have the feeling that this improves in the later episodes, either because the descriptions are actually moving into the background, or because I simply got used to them.

In any case, you get a well-researched glimpse of the respective era. Some things may become clearer – such as for example why Russia is so interested in the Ukraine – even though it comes from a very western perspective.

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