Gegen den Strom, ab in den Nebel

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An der Nebelgrenze

Gestern sind die Flachlandhessen alle rauf auf die Berge, um dort die Sonne zu genießen (s. z.B. Die Vogelsbergerin). Aber ich schwimme gegen den Strom. Während im Vogelsberg eitel Sonnenschein herrscht, schlägt mir kurz hinter Homberg/Ohm eine Nebelwand entgegen. In Marburg angekommen, hoffe ich noch, dass mir die Sonne bald hinunter ins Tal folgt, aber es bleibt den ganzen Tag duster. Die Panoramasicht vom Bismarckturm, Nr. 3 in meiner Sammlung, ist … nicht vorhanden, dafür haben die Schwertrichtstätte am Rabenstein im Nebel und das nur langsam auftauchende Landgrafenschloss auch was. Auf dem Weg von einer Talseite auf die andere nehme ich noch ein paar Eindrücke aus der Altstadt mit.

ca. 10km, Schwierigkeitsgrad: mittel

 

Funkloch ahoi!

Neulich in der Kinzigtalbahn. Eine ältere Dame telefoniert mit dem Handy – wohl etwas, das sie nicht so oft tut. Denn sie hat ihr Gegenüber aus Versehen auf laut gestellt. Trotzdem hält sie den Hörer direkt ans Ohr und schreit ebenso laut zurück. Ich schmunzle vor mich hin. Bevor die Situation nervig werden kann, kommt zum Glück das Funkloch kurz vor Hanau.

Leute die die Strecke nicht kennen rufen übrigens oft in Hanau zurück – um dann festzustellen, dass kurz hinter Hanau das nächste Funkloch wartet …

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Sendemasten – rund um Hanau rar gesäht

Rundgang durch Herbstein

Modell der Stadt inklusive heidnischer Kultstätte

Modell von Herbstein, mit heidnischer Kultstätte (der Hügel rechts) und der vom Großbrand 1907 zerstörten Gebäude (links oben)

Im Oktober war ich mit dem Tolkien Stammtisch im Vogelsberg in Herbstein unterwegs. Eine Stadtführung brachte uns an jede Menge interessante Orte. Da die Stadt an der deutschen Märchenstraße liegt, sprachen wir beim Abendessen über  „Über Märchen“, Tolkiens bekannteste akademische Veröffentlichung zur Fantasy.

Der Kluftinger halt

csm_produkt-4207_fbfbe7ae0bÜber mrs.bananabrain, die was mit Kühen zu tun hat, bin ich an den ersten Alpenkrimi von Volker Klüpfel und Michael Kobr gelangt. Milchgeld hieß der nämlich. Mittlerweile habe ich den dritten in der Reihe Seegrund (meine Ausgabe von Piper, 2013) gelesen.

Ich würde mal sagen, stilistisch und sprachlich ist das ganze keine Meisterleistung, aber das macht der schrullige Hauptcharakter, Kommissar Kluftiger, wieder wett. Der trottelt sich einfach so schön durch die Romanwelt, ob bei der Begegnung mit ‚fremden‘ Kulturen oder dem weiblichen Geschlecht, es gibt immer was zum Schmunzeln, denn solche Provinzler kennen wir alle. Dazu passt selbst der ziemlich hanebüchene Krimiplot.

Morgenröte

English version below

Durchsage neulich im Zug: “Guten Morgen meine Damen und Herren. Bitte beachten Sie den wunderschönen Sonnenaufgang in Fahrtrichtung rechts.“

Dawn

Announcement recently on the train: “Good morning ladies and gentlemen. Please mind the wonderful sunrise, right in the direction of travel.”

Berliner Weihnachtsbeleuchtung

English version below

Manches ist wirklich ganz schön. Einiges geht gar nicht. In der Masse ist es einfach nur geschmacklos. Weniger ist manchmal mehr, liebste Hauptstadt.

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Mein persönliches / My personal ‚Lowlight‘

Berlin Christmas lights

Some are really quite beautiful. Some should be forbidden. In these masses, however, it’s only tacky. Sometimes less is more, dear capital.

Unscharfe Kanten

English (original) version below

39606102823421911237Jeff VanderMeers Southern Reach Trilogie (Annihilation, Authority, Acceptance; meine Ausgabe von 4th Estate, 2015) bietet alles, was man von ihr erwartet. Spannungsgeladen bis zuletzt; Sci-Fi gemischt mit Horror-Elementen à la Lovecraft. Viele Zutaten, die mir die Geschichte eigentlich schmackhaft machen sollten. Und doch war sie nicht ganz meins. Alles erschien mir zu unscharf an den Kanten. Und das musste auch so sein, um genauso zu wirken, wie es sollte. Die Unschärfe ist essentiell für die Geschichte, die Stimmung, das Gesamtkunstwerk. Die Trilogie verdient höchstes Lob und kommt mit wärmster Empfehlung daher, obwohl sie nicht die richtige für mich war.

Fuzzy around the edges

3412248799Jeff VanderMeer’s Southern Reach trilogy (Annihilation, Authority, Acceptance; my edition published 2015 by 4th Estate) is all it’s promised to be. Suspenseful to the last chapter; Sci-Fi mixed with Lovecraftian horror. Many ingredients that should endear the story to me. And yet it wasn’t wholly my cup of tea. Everything remained too fuzzy around the edges. Which it had to, to work as it is supposed to. It’s essential for the plot, the mood, the art. So the trilogy comes highly recommended, even if I found that this particular style is not for me.

Irgendeine Störung

Hatte mir diese Woche den besten Tag zum Pendeln mit der Kinzigtalbahn nach Frankfurt ausgesucht. Am Dienstagmorgen gab es ‚irgendeine Störung‘, so drücke ich das jetzt mal aus. Von der Bahn gab es mehrere interessante Erklärungen zu den Verspätungen.

Ich bin früh da diesmal – und der Bahnsteig steht (schon? – nein, natürlich immer noch!) voll. Die RB hat 15 Minuten Verspätung wegen einer technischen Störung auf der Strecke. Das klingt nicht so toll. Aber wenn ich jetzt gleich in die RB steige, dann bin ich mindestens genauso schnell in Frankfurt, als wie wenn ich auf den RE warte, der ja möglicherweise auch später fährt wegen der Störung. So der erste Gedankengang – der völlig müßig war, da die RB erst mal nicht kam.

Endlich eine Durchsage: Die RB hat 25-30 Minuten Verspätung, wegen einer Weichenstörung, übrigens. Ok, dann kommt sie also nach dem RE, also eventuell jedenfalls. So der zweite, jetzt schon etwas vorsichtiger formulierte Gedankengang. Es fährt aber weder der RE noch die RB zur angedachten Zeit ein.

Dann endlich die nächste Durchsage: Der RE hat 10 Minuten Verspätung. Also fahren jetzt beide gleichzeitig ein … Wer wohl das Rennen macht? Die Spannung steigt.

Währenddessen auf Gleis 2: Alle fünf Minuten warnt uns die automatische Anzeige: „Achtung, ein Zug fährt durch.“ 30 Minuten lang tut sich auf Gleis 2 gar nichts. Dann fährt aus Richtung Frankfurt ein IC ein und hält außerplanmäßig. Nach fünf Minuten Halt setzt er plötzlich zurück, um dann fünf Minuten später wieder Richtung Fulda an uns vorbeizurauschen – diesmal ohne Vorwarnung, dass ein Zug durchfährt.

Zurück auf Gleis 1: Die RB hat Einfahrt. Und kurz darauf auch der RE, juchuh! Im Zug erfahren wir, dass wir 15 Minuten Verspätung wegen einer ‚witterungsbedingten Störung‘ haben (es hatte tatsächlich viel geregnet). Der gleiche Schaffner sagt uns dann kurz vor Frankfurt, dass wir wegen ‚diverser technischer Störungen‘ nun 30 Minuten zu spät sind. Irgendeine Störung halt. Ist schon ok. Wenn da nur nicht die Sache mit den leicht verzerrten Verspätungsangaben und verzögerten Durchsagen wäre … 😉

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So sollte die perfekte Weiche aussehen.

Bild: Schematische Darstellung einer Weiche von Sansculotte (CC BY-SA 2.5)

Lake District IV: Levens Hall

Nach unserem Besuch in Kendal ging es ins Heim der Bagots: Levens Hall. Im Elisabethanischen Herrenhaus kann man der Familiengeschichte nachspüren, die unter anderem die Pfade des englischen Königshauses und vom Duke of Wellington kreuzt. Der Höhenpunkt ist allerdings der Garten, mit den wohl berühmtesten Formschnitten Großbritanniens. Ich lernte außerdem was ein Haha ist. Auf dem Parkplatz wird man übrigens von wunderschönen freilaufenden Hühnern empfangen, die dann auch noch ganz artig den Zebrastreifen nutzten.

Lake District IV: Levens Hall

After out visit to Kendal, we relocated to the home of the Bagots: Levens Hall. In the Elizabethan mansion, you can immerse yourself in family history, which crosses the paths of the Royal House as well as that of the Duke of Wellington. The highlight is the garden, however, with the most famous topiaries in Great Britain. I also learned everything about ha-has. At the parking lot, you are greeted by beautiful free-range chicken, which crossed the road – at the zebra!