Toller Bildband über Ilja Repin

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Wer einen Bildband mit den wichtigsten Werken von Ilja Repin sucht, dem lege ich den von Grigori Sternine, 2011 bei Parkstone erschienen, ans Herz. Hier sind alle bekannten Bilder, teilweise inklusive Skizzen zu den Werken, in guter Qualität widergegeben. Die Texte begleiten das Kunstschaffen Repins und gehen im Detail auf einzelne Bilder ein. Ein bisschen mehr zum Leben des Autors wäre schön gewesen, aber bei dem günstigen Preis leistet man sich sicher einfach noch eine Biografie dazu.

Wonderful coffee-table book on Ilya Repin

To anyone looking for a coffee-table book with Ilya Repin’s most popular works, I recommend the one by Grigori Sternine, published 2011 by Parkstone. It collects the most famous pictures, including several sketches, in good quality. The texts are mostly about Repin’s artistic development and detailed analyses of some pictures. A bit more on the author’s life would have been nice but at this low price, you will probably have some budget left for a biography as well.

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Mein Favorit: Porträt der Schauspielerin Eleonora Duse / My favourite: Portrait of actress Eleonora Duse

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ÖPNV Tutorial V: Stop spreading, man!

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Abb. 1: Der Manspread

Man wundert sich ja wofür es alles Worte gibt. Im Englischen jedenfalls gibt es schon eins für eine Unsitte im ÖPNV, die hauptsächlich von männlichen Mitbürgern gepflegt wird. Das sogenannte Manspreading bezeichnet das Sitzen in öffentlichen Verkehrsmitteln mit weit auseinanderstehenden Beinen.

Und ja, das Manspreading gehört auch zu meinen Erfahrungen in der freien WildBahn. [Ja, ich weiß, das machen wohl manchmal auch Frauen, mir persönlich ist allerdings noch keine untergekommen. Über Handtaschen und Rucksäcke mit Platzanspruch berichte ich auch noch, keine Angst, liebe Maskulinisten, Chauvinisten oder sonstige männliche Geschöpfe, die sich gerade ans Bein gepinkelt – oder eher getreten, s.u. – fühlen.]

Wie schafft man Abhilfe?

Wenn der Mann neben mir nicht gerade wie ein Axtmörder oder Crystal Meth Junkie ausschaut (und das tun tatsächlich die wenigsten Manspreader!), versuche ich mir mit einem plötzlichen Außenruck der Knie – alles auf meiner Seite des Sitzes versteht sich – wieder Platz zu verschaffen. Meist wird das verstanden. Wenn nicht schlage ich die Knie über Kreuz, so dass der obere Fuß (im Idealfall im dreckigen Schuh steckend) öfter an das Bein des Nachbarn anschlägt, völlig zufällig natürlich. Bisher gab es noch keine Beschwerden …

Hey, Mann, wir wissen, dass du einen Großen hast, ist schon gut. Musst du nicht so raushängen lassen. Verringert nur deine Chancen bei der anwesenden Damenwelt. Echt jetzt.

Bild: Manspreading in der Stockholmer Metro von Peter Isotalo (CC BY-SA 4.0)

Lake District VI: High Moss & Derwent

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Diesmal gibt es ein paar Eindrücke unseres ersten Spaziergangs rund um das Ferienhaus: das High Moss House im Duddon Valley.

Das High Moss House gehört zu Seathwaite, dem Ort mit den meisten Niederschlägen in ganz Großbritannien. Hinter dem Haus gab es entsprechend moorige Wiesen mit wunderschönem Sonnentau. Die Vegetation im Tal, durch das sich der Derwent schlängelt, sieht entsprechend fast tropisch aus.

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Fingerhut / Foxglove & High Moss House

Bilder von mrs.bananabrain und mir.

Lake District VI: High Moss & Derwent

This time I have some impressions from our first walk around our holiday cottage: High Moss House in Duddon Valley.

The High Moss House is part of Seathwaite, the settlement with the highest amount of rainfall in the whole of Great Britain. Behind the house there were thus boggy meadows strewn with beautiful sundew. And the vegetation in the valley, through which the Derwent River flows, looks almost tropical.

Pictures by mrs.bananabrain and me.

Sex Criminals

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sex-criminals-vol-01-releasesEin wunderbarer Comic (ich habe Band 1 und 2 gelesen, veröffentlicht von Image 2014 und 2015) von Matt Fraction und Chip Zdarsky über eine aufkeimende Beziehung mit ihren üblichen – und ein paar sehr unüblichen – Problemen. Unsere beiden Helden haben eine … interessante ‚Superkraft‘: Die Zeit bleibt stehen, buchstäblich, wenn sie einen Orgasmus haben. Und wozu nutzt man am besten so eine Kraft? Um eine Bank auszurauben – natürlich nur für den guten Zweck. Doch schon bald ist ihnen die Sex-Polizei auf den Fersen. Sehr empfehlenswert, allein schon für die entspannte und positive Darstellung von Sex und einige sehr coole Durchbrechungen der vierten Wand. Natürlich erst ab 18.

Sex Criminals

sexcriminals_tp_02A wonderful comic (I read Volumes 1 and 2, published by Image in 2014 and 2015) by Matt Fraction and Chip Zdarsky about a budding relationship, with some of the usual, some quite unusual problems. Our two heroes have an … interesting ‘superpower’: Time stands still, literally, when they orgasm. And to what purpose to best use that power? Robbing a bank – all for the right reasons, of course. They however soon find out that the sex police is out to get them. Highly recommended for the comic’s relaxed and positive portrayal of sex and some very cool fourth wall breaches. Only for those 18+, of course.

Das coolste Auto im Kinzigtal

P1110932So kommt es mir jedenfalls vor, wenn ich aus dem verschneiten Vogelsberg ins leider nur verregnete Kinzigtal runterfahre. Zwei Mädchen auf dem Schulweg neulich fanden das auch total cool. Denn als ich an einer Ampel stehenblieb zeigten sie total aufgeregt auf meine Kühlerhaube. Sie kamen zaghaft näher, eine schaute mich fragend an. Ich nickte und sie nahm eine Handvoll Schnee von meinem Auto und freute sich – wie eine Schneekönigin halt.

Wäller Winter

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Rodenroth (vorne) und Burg Greifenstein auf der Höhe

Gestern war ich im winterlichen Westerwald spazieren. Genauer gesagt rund um Rodenroth, ein Ortsteil der Gemeinde Greifenstein. Dort, wo der Wind so rauh weht und man das r so schön rrrrolt.

“Über Märchen”, Zensur und Kindesförderung

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Stammtischmitglieder bei der Stadtführung

Beim Tolkien Stammtisch Vogelsberg im Oktober in Herbstein haben wir nicht nur einen wunderbaren Stadtrundgang gemacht, sondern uns beim Abendessen auch noch ausführlich mit Tolkiens Essay „Über Märchen“ beschäftigt.

Ich habe versucht die Hauptthesen kurz zusammenzufassen, was manchmal sicher etwas holprig klang, weil ich natürlich nur eine englische Ausgabe des Artikels („On Fairy-stories“, in: The Monsters and the Critics and Other Essays. London: HarperCollins, 1997) zur Hand hatte. Es gab einige Nachfragen zu weiteren Details, und es entwickelte sich eine spannende Diskussion.

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Die besten Märchen eignen sich für Erwachsene genauso wie für Kinder, sagt Tolkien. Das trifft sicher auch auf die Ausstellungsstücke im Herbsteiner Statt Museum zu.

Unter anderem stellten wir fest, wie sympathisch wir Tolkiens Aussage finden, dass man Kindern möglichst keine verkürzten, zensierten oder ‚kindgerechten‘ Texte vorgeben sollte, sondern dass sie durchaus auch solche lesen sollten, die sie beim ersten Lesen nicht gleich verstehen müssen. Denn Bücher sollten für Kinder wie Kleider sein: sie sollten Raum zum Wachsen bieten (s. S. 138). Daran anknüpfend fiel uns die noch relativ aktuelle Diskussion zur Veränderung von problematischen Ausdrücken in Neuauflagen von Kinderbuchklassikern – z.B. der Negerkönig in Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf – ein. Statt das Wort zu belassen und einen natürlich essentiellen Hinweis zur Problematik des Ausdrucks, zum Beispiel in einer Fußnote, hinzuzufügen, haben einige Verlage politisch inkorrekte Worte einfach ersetzt (hier durch Südseekönig). Die Chance einen spannenden und anregenden Diskurs über Zeit- und Sprachgeschichte anzufachen wird vertan; das von Tolkien postulierte Fordern und Fördern des Kindes bei der Lektüre bleibt bei einer solchen Herangehensweise aus.

Artikel vorab erschienen auf www.tolkiengesellschaft.de.

Am besten einfach ignorieren

Es ist 17:15 Uhr. Die RB 50 fährt pünktlich in den Hauptbahnhof Frankfurt ein. Dabei die Durchsage: „Bitte nicht einsteigen. Zug endet hier.“ Die Hälfte der Wartenden am Bahnsteig hat es eh nicht gehört und steigt einfach ein, denn der Zug fährt normalerweise um 17:26 Uhr als RE 50 wieder zurück Richtung Fulda. Die andere Hälfte, die die Durchsage verstanden hat, geistert noch eine Weile etwas verunsichert auf dem Bahnsteig herum. Man läuft in Richtung der nächsten Anzeige – dort steht natürlich nichts. Gegen 17:25 Uhr steigen die letzten Zweifler ein, und der Zug fährt eine Minute später pünktlich ab. Ob wirklich einer der Durchsage brav Folge geleistet hat und uns jetzt vom Bahnsteig aus traurig hinterherschaut?

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Steht da etwa einer und winkt dem Zug hinterher?

Lake District V: Cathedral Cave

English (original) version below

Ein echter Geheimtipp ist sie, die Cathedral Cave (Kathedralen-Höhle). Im nahe gelegenen Little Langdale haben wir unser Auto abgestellt und erst mal das wunderschöne Tal begutachtet. Von da aus ging es runter zum Brathay Fluss. An der Furt kommen Fußgänger über eine schmale Brücke trockenen Fußes auf die andere Seite. Dann geht es kurz durch den Wald und dann einfach links den Berg hoch, bis man vor der Höhle steht. Hier wurde früher Schiefer abgebaut.

Hinein geht es durch einen schmalen Tunnel in die Cathedral Cave, die ihren Namen durch eine stehengebliebene Säule in der Mitte, gleich neben einem See bekommen hat. Licht fällt von oben durch zwei größere Öffnungen ein. Durch einen kurzen Durchgang am Ende der Höhle kommt man wieder ins Freie und steht vor einer steilen aber kurzen Felswand. Das Hochklettern lohnt auf jeden Fall, denn auf dem nächsten Plateau findet man gute Pfade zu weiteren Schächten, die man mit einer Taschenlampe erkunden kann. Schmale Stufen führen weiter nach oben. Man sollte alle möglichen Wege ausprobieren, denn überall gibt es was zu entdecken, z.B. einen Blick in die Cathedral Cave von oben. Von dort haben wir zwei Goldfische im See entdeckt.

Festes Schuhwerk ist bei der Kletterei ein Muss. Wer nicht so fit ist, kann aber auch nur die Höhle unten besichtigen. Und Vorsicht bei Nässe, da ist der Schieferstein sehr glatt.

Above cathedral cave

Das Plateau erreicht

Bilder von mrs.bananbrain und mir.

Lake District V: Cathedral Cave

It’s an insider’s tip, this Cathedral Cave. We parked out car in nearby Little Langdale and initially just took in the view of the beautiful little valley. From there, we went down to the River Brathay. At the ford, pedestrians can cross without getting wet feet via a slim bridge. Then there’s a short way through the forest and up on the hill on the left you’ll find the entrance to the cave. This used to be a slate quarry.

Through a narrow tunnel you get into Cathedral Cave, which got its name through a column of stone that was left standing in the middle, right next to a small lake. Light comes in through two openings at the top. A short passage at the back of the cave leads back out to a steep but short rock face. Make sure to climb it because the plateau you reach sports a good path which leads off into several more tunnels which can be explored with flashlights. Steep steps are then leading further up. You should try to explore as many nooks and niches as possible. One path leads to a view of Cathedral Cave from above. From there we discovered two goldfish living in the lake.

You will need sturdy shoes for this venture. If you’re not overly fit you can also just explore the first cave which is easily accessed. Careful if it’s wet; the slate can be very slippery.

Pictures are by mrs.bananabrain and me.

Danke für den Fehlkauf

English version below

XMENSEASONONE_121Ich habe bei der Comic Con in London eine Internetbekanntschaft getroffen, zum ersten Mal. Und sie hatte gleich was für mich dabei: X-Men Season One. Sie hatte den Comic bestellt, allerdings wies nichts auf dem Einband darauf hin, dass es sich hier um die deutsche Version handelt (Panini, 2012). Da kam der Besuch aus Deutschland gerade recht.

Bei der Geschichte handelt es sich um einen Relaunch der X-Men Serie. Es geht um die erste Zeit von Jean Grey im Internat für Hochbegabte bei Prof. Xavier. Das Ganze ist wunderschön bebildert von Jamie McKelvie, allerdings fühlt man sich etwas zu schnell durch die Geschichte, erdacht von Dennis Hopeless, gehetzt. Ein paar mehr Bände für die gleiche Storyline und es wäre ein perfekter neuer Einstieg in die Welt der Mutanten.

Thanks for the wrong purchase

I met someone at London Comic Con who I only knew over the Internet. And she brought a gift: X-Men Season One. She had ordered the comic, which gave no indication on its cover that this was actually the German version (Panini, 2012). So the visitor from Germany came just at the right time.

The story is a relaunch of the X-Men series. It deals with Jean Grey’s first steps at Prof. Xavier’s Institute for Higher Learning. The whole thing is illustrated beautifully by Jamie McKelvie, but the story itself, written by Dennis Hopeless, seems rushed. A few more volumes for the same storyline and this could have been a perfect new introduction to the world of mutants.