Geek sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

Die Frage habe ich mir jedenfalls vor kurzem mal gestellt. Denn ich habe gelesen, dass manchen Geeks, vor allem junge Frauen, der ‚Titel‘ ab und zu streitig gemacht wird. Die müssen dann erst mal ihre Credentials auf den Tisch legen, um ‚zur Szene‘ dazugehören zu dürfen. Was ein Schwachsinn. Denn eine der wichtigsten Dinge im Fandom ist doch, dass dort so viele unterschiedliche Leute aufeinandertreffen, die sich im Alltag nie begegnen würden. Und jeder darf dort so abgefahren, ungewöhnlich oder auch normal sein wie er will.

Bei der Deutschen Tolkien Gesellschaft zum Beispiel, da trifft sich das Legolas- oder Thorin-Fangirl, das (bisher) nur die Filme von Peter Jackson gesehen hat, auf den Mediävistik-Professor, der sich wissenschaftlich mit Tolkiens Werk auseinandersetzt. Und die entstehende Diskussion, die aufgeworfenen Fragen befruchten die akademische Arbeit des einen und wecken die Neugier auf Das Silmarillion bei der anderen. Die Vielfalt ist doch das, was ‚die Szene‘ ausmacht.

geek-pray-loveZu dem Schluss kommen auch Andrea Bottlinger und Christian Humberg in ihrer lustigen Einführung in die Welt der Geeks. Geek Pray Love, 2014 bei Cross Cult erschienen, berichtet über Fandom in allen möglichen Ausprägungen, Stammtische und fantastisches Essen (besonders wichtig!), Rollenspiel, Cons und vieles mehr. In der Rahmenhandlung, die natürlich eine Liebesgeschichte ist, entdeckt ein junger Mann die Welt der Geeks. Was mir eben besonders am Buch gefällt, ist die Einladung an jeden, an fantastischen Welten teilzuhaben, statt den ‚Club der Geeks‘ als etwas exklusives darzustellen, zu dem man erst mal einen Einstellungstest bestehen muss.

Meine ganz eigene Antwort auf die Frage, ob ich nun ein Geek bin oder nicht, wäre bis vor kurzem wahrscheinlich noch negativ ausgefallen. Das mit den Schubladen liegt mir halt nicht so, auch wenn die Schublade nach meiner und Bottlinger/Humbergs Definition eine echt nette ist. Dann habe ich mir eine Geek! am Kiosk gekauft. Ganz davon abgesehen, dass ich den Inhalt total spannend fand, habe ich festgestellt, dass ich die Hälfte der Berichtenden und die Hälfte der Leute kenne, über die berichtet wird. Und kennengelernt habe ich sie bei irgendwie geekigen Aktivitäten. Also beuge ich mich dem Gruppenzwang: Ich bin ein Geek. Rausholen muss mich hier keiner.

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Eins meiner Lieblingslieder: The Hero of Canton (Bild & Figuren von mrs.bananabrain)

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4 Gedanken zu “Geek sein oder nicht sein, das ist hier die Frage

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