Lake District XXI: Whitehaven

Zeugnis alten Glanzes / Remains of former glory

Etwas heruntergekommener Charme gepaart mit schönen Dingen auf dem Pflaster – so präsentiert sich Whitehaven. An unserem Ausflugstag in die Küstenstadt hat es geregnet; ich bin mir sicher bei Sonnenschein sieht das alles gleich ein bisschen freundlicher aus. Wir haben zwei Museen besucht: The Beacon (Regionalmuseum) und The Rum Story (über die Geschichte des Rums). Die wärmste Empfehlung gibt es allerdings für Michael Moons Antiquariat. Man sollte Zeit für die Expedition in den L-Space mitbringen – und für ein nettes Gespräch mit Michael.

Lake District XXI: Whitehaven

A bit of derelict charme paired with beautiful ornaments on the pavement – that is how Whitehaven presented itself. It rained while we were there, and I’m sure it all looks a lot more welcoming in the sunshine. We visited two museums: The Beacon and The Rum Story. The warmest recommendation comes for Michael Moon’s Bookshop, though. You should bring along some time for an expedition into L-space – and for a wide-ranging chat with Michael.

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Lake District XX: St Bees

Am Strand von St Bees

Während meine Reisegefährten bei mäßiger Sicht in den Bergen im Wasdale herumkraxelten, bin ich an den Strand von St Bees gefahren. Nach einem kurzen Abstecher zu den Felsen rechts der befestigten Promenade, merkte ich schnell, dass die Flut auf dem Vormarsch war, so dass ich den Spaziergang – über die sowieso superglitschigen Steine – früh wieder abbrach. Stattdessen habe ich oben auf einer Bank gesessen, ein Picknick gemacht, mir die Sonne auf den Pelz scheinen lassen und dem Meeresrauschen gelauscht.

Ich habe keinen Stein aufgehoben, bin nicht losmarschiert und habe ihn nicht nach über 300 km in Robin Hood’s Bay wieder ins Meer fallen lassen. Aber ich kenne eine Bloggerin, die es schon zweimal getan hat!

Lake District XX: St Bees

While my travelling companions were climbing into the coulds in the mountains of Wasdale, I drove to the beach at St Bees. During a short stroll on the super slippery stones on the right-hand side of the promenade, I soon realised that the tide was coming in, so that I returned to the beach quite quickly. I sat on a bench instead, had a picknick, enjoyed the sun and listed to the crashing of the waves.

I did not pick up a stone, did not start a hike and didn’t drop the stone over 300 km later into the sea at Robin Hood’s Bay. But I know a blogger who’s done it – twice!

 

Vergessener Sandman

Es ist schon eine ganze Weile her, da habe ich den ’neusten‘ Sandman-Comic (die Deluxe-Ausgabe erschienen 2015 bei Vertigo) von Neil Gaiman gekauft. Der landete dann irgendwie nicht auf meinem Stapel mit ungelesenen Büchern. Aus den Augen, aus dem Sinn – auch wenn ich mir nicht ganz erklären kann, wie ausgerechnet die Fortführung meiner absoluten Lieblingscomicreihe so in Vergessenheit geraten konnte.

Zum Glück bin ich ja wieder drüber gestolpert, habe dabei aber nicht wirklich auf den Titel geachtet. Das letzte Lesen der Reihe war schon ein paar Jahre her, so dass ich freudig das ganze Abenteuer von vorne begann (so dachte ich jedenfalls), bevor ich mich dem neusten Band widmete.

Die Reihe fängt damit an, dass Traum (aka Dream, Morpheus, Oneiros …) – einer der neun Ewigen – von einem okkulten Zirkel gefangen gesetzt wird – versehentlich, wie sich herausstellt, da sie eigentlich seine Schwester Tod einfangen wollten. Die weiteren Geschichten entspinnen sich dann um die Probleme im Traumreich und in der realen Welt, die entstehen, wenn der Herrscher der Träume nicht anwesend ist, und um die Rekonstruktion des Reiches nach Morpheus Entkommen aus der Gefangenschaft.

Der neue Band, The Sandman: Overture, setzt natürlich vor der Reihe an. Hier wird erklärt, wie es überhaupt dazu kam, dass Morpheus gefangen genommen werden konnte. Gaiman nimmt uns wieder mit auf eine phantastische Reise, diesmal auch in die Träume ferner Galaxien. Er erzählt im Vorwort, dass er eine Geschichte geschrieben habe, die unmöglich zu illustrieren war – und doch ist es J.H. Williams III gelungen, das Unmögliche glaubhaft und in wunderschönen Farbexplosionen aufs Papier zu bringen. Man muss das Buch einige Male beim Lesen drehen und größere Bildtafeln aufklappen. Die Deluxe-Ausgabe hat zum Schaffensprozess außerdem noch einige Extras parat.

Im Endeffekt war es gar nicht schlimm, dass ich die Ouvertüre erst nach der Reihe gelesen habe. Denn so habe ich mir die Überraschungen, die neuen Charaktere, das Beste bis zum Schluss aufgehoben. Wer den Sandman noch nicht gelesen hat: unbedingt nachholen!

Forgotten Sandman

It’s been a while since I bought the ‚latest‘ Sandman comic (the Deluxe Edition was published by Vertigo in 2015) by Neil Gaiman. It somehow did not land on the ‚unread‘ pile and was forgotten – though I cannot for the life of me say how that happened to the newest addition to my absolute favourite comic series.

Fortunately I stumbled over it again, just didn’t really read the title. It’s been a few years since I (re-)read the series so that I started the whole adventure from its beginning (or so I thought) before turning to the new instalment.

The series starts with the capture of Dream (aka Morpheus, Sandman, Oneiros …) – one of the nine Endless – by an occult circle. He is imprisoned by mistake, as they originally targeted Dream’s sister Death. The story that unfolds tells about the problems that arise from the absence of the Lord of Dreams in his realm as well as in the real world, and about the reconstruction of the realm after Morpheus escapes his prison.

The new volume, The Sandman: Overture, takes place before the series, of course. It explains how it was possible to capture Morpheus in the first place. Gaiman takes us on a fantastic journey, including into dreams of other galaxies. In the foreword, he says that he has written a story which is impossible to illustrate – and yet J.H. Williams III managed to create the impossible with believable and colourful explosions on paper. You have to turn the book around several times to read it and to open up larger picture panels. The Deluxe Edition also features additional material on the creative process.

In the end, it wasn’t bad at all that I’d read the overture after the series. That way, I saved the surprises, the new characters, the best for last. If you have not read The Sandman yet: go get it now!

Cover Detail The Sandman: Overture #5 (Quelle/Source: Vertigo)

V – Heiligt der Zweck alle Mittel?

Das ist die zentrale Frage in V for Vendetta von Alan Moore (meine Ausgabe: DC, 2015). Nach dem Dritten Weltkrieg hat die faschistische Nordfeuer-Partei die Macht übernommen und England in einen totalitären Staat verwandelt. V, ein Anarchist und Terrorist in Guy Fawkes-Maske, kämpft im Alleingang gegen das Regime. Und dabei ist ihm jedes Mittel recht. Während der Leser natürlich mit dem Ziel des Umsturzes sympathisiert, strapaziert V durch seine massive Gewaltanwendung – auch gegenüber Unschuldigen – das anfängliche Wohlwollen. Und genau in diesem Spannungsfeld des Utilitarismus liegt die Faszination des Comics.

V – Does the end justify all means?

That is the central questions in V for Vendetta by Alan Moore (my edition: DC, 2015). After the Third World War, the fascist Norsefire Party has seized power and turned England into a totalitarian state. V, an anarchist and terrorist who is wearing a Guy Fawkes mask, is single-handedly fighting the regime. And he uses all possible means. While the reader of course sympathises with his goal to overthrow the status quo, V’s use of violence – also against innocents – soon puts a strain on the initial goodwill. And it is exactly this utilitarian conflict that makes V such a fascinating comic.

Lake District XIX: Ennerdale Water

Crag Fell

An einem der wettermäßig eher durchwachsenen Tag im letzten Urlaub im Lake District, sind wir um das Ennerdale Water gelaufen. Wir sind bei ziemlich guten Verhältnissen losgegangen, sogar mit dem ein oder anderen Sonnenstrahl, aber als wir Angler’s Crag erreichten – das einzige etwas schwierige Stück, auf dem man etwas klettern muss – hat es angefangen zu Regen. Aber egal, im Lake District ist es immer schön. Wir waren nur froh, dass wir nicht dem Vampirhund von Ennerdale begegnet sind!

Lake District XIX: Ennerdale Water

Ennerdale Water

On one of the days with a mixed weather forecast on our last holiday in the Lake District, we walked once around Ennerdale Water. We started in fairly good conditions, including the occasional burst of sunshine, but by the time we reached Angler’s Crag – the only challenging bit of the way with a bit of easy scrambling – it had started to pour down on us. But who cares, it’s always beautiful up in the Lake District. We were just happy we didn’t meet the Vampire Dog of Ennerdale!

 

Der Herzog von Portland

William Cavendish-Scott-Bentinck hat mich bereits bei der ersten Begegnung auf dem Kensal Green Friedhof fasziniert. Als ich dann über Mick Jacksons Roman über den Herzog von Portland gestolpert bin, musste ich natürlich gleich zugreifen. The Underground Man (meine Ausgabe: Faber and Faber, 2007) erzählt die Geschichte des Herzogs aus verschiedenen Blickwinkeln. Der meiste Text stammt aus dem fiktionalen Tagebuch des Herzogs selbst, aber es gibt auch ‚Augenzeugenberichte‘ von Bediensteten oder Nachbarn.

Der exzentrische Herzog wird dabei von Jackson als ein Mann mit wunderbar spitzfindig-verschrobenem Geist beschrieben. So schreibt er über eine Taschenuhr, die er von einer Frau geschenkt bekommen hat, die seinen Heiratsantrag abgelehnt hat:

It is a beautiful watch, and perhaps ironic that such a fine example of craftsmanship should should sit in my waistcoat pocket and be a neighbour to my heart which, being merely human, has functioned so poorly since the two were introduced.

(S. 55)

Der Platz des Buches auf der engeren Auswahlliste für den Booker-Preis ist hochverdient.

The Duke of Portland

William Cavendish-Scott-Bentick already fascinated me on my first encounter with him on Kensal Green Cemetery. When I stumbled over Mick Jackson’s novel about the Duke of Portland, I had to buy it, of course. The Underground Man (my edition: Faber and Faber, 2007) tells the story of the Duke from different points-of-view. Most of the text consists of excerpts from the Duke’s fictional diary but there are also ‚eye-witness accounts‘ by servants or neighbours.

Jackson describes the eccentric Duke as a man with a wonderfully quirky mind. Thus he writes about a pocket watch he was gifted by a woman who rejected his marriage proposal:

It is a beautiful watch, and perhaps ironic that such a fine example of craftsmanship should should sit in my waistcoat pocket and be a neighbour to my heart which, being merely human, has functioned so poorly since the two were introduced.

(p. 55)

The book’s shortlisting for the Booker Prize comes well-deserved.

Der letzte Polizist

Hank Palace ist der letzte Polizist auf Erden. Naja, noch nicht ganz der letzte – aber der letzte, der seinen Job noch richtig ernst nimmt. Die meisten haben ihren Dienst quittiert, andere kommen nur noch, wenn sie sonst nichts besseres zu tun haben, viele sind tot. Und den Nerv für eine genaue Prüfung eines augenscheinlichen Selbstmords – von denen es gerade sowieso Unmengen gibt – hat auch niemand mehr.

Denn Asteroid 2011GV rast auf die Erde zu und wird in etwa einem halben Jahr mit katastrophalen Folgen einschlagen.

Das Setting in der Prä-Apokalypse macht diesen Krimi von Ben H. Winters (meine Ausgabe: Quirk, 2012) zu etwas ganz besonderem, denn es geht nicht nur um die Auflösung eines mysteriösen Todesfalls, sondern auch um den Zerfall einer Gesellschaft und den Umgang mit dem (fast) sicheren Tode eines jeden einzelnen.

Was würdest du tun, wenn wir alle nur noch sechs Monate zu leben hätten?

The Last Policeman

Hank Palace is the last policeman on earth. Well, not quite the last one – but the last one who still cares about his job. Most have left their post, others are only coming in when they don’t have anything better to do, a lot are dead. And no one has the patience to dig into the details of an apparent suicide – of which there are countless out there anyway.

And that is because asteroid 2011GV is racing towards earth and will hit in about half a years‘ time, with catastrophic impact.

The pre-apocalyptic setting is what makes this crime novel by Ben H. Winters (my edition: Quirk, 2012) special, because it does not only deal with solving a mysterious murder but also with a deteriorating society and how each individual comes to grips with (almost) certain death.

What would you do if you knew that we all just had another six months to live?

Lake District XVIII: Ravenglass

Willkommen in / Welcome to Ravenglass

Nach einer Fahrt mit der Ravenglass & Eskdale Bahn, sind wir noch kurz durch das Küstenörtchen Ravenglass spaziert. An der Straße zum Hafen hinunter gibt es interessante Dingen in den Vorgärten zu entdecken – und eine freundliche Katze, die den Weg zum Hafen weist.

Interessante Dinge in Vorgärten / Interesting things in frontyards

Lake District XVIII: Ravenglass

After a trip with the Ravenglass & Eskdale Railway, we went on a short stroll through the coastal village of Ravenglass. There are interesting things to discover in the frontyards of the street leading towards the harbour. A friendly cat showed us the way.

Lake District Live XX: St. Olaf’s

Das Wastwater steigt über’s Ufer / Wastwater rising

Und wieder sind wir bei den Wikingern, diesmal in St. Olaf’s – benannt nach einem norwegischen König, der nach seinem Tode heilig gesprochen wurde – in Wasdale Head. Die Dachbalken der Kirche sollen von Wikingerschiffen stammen. Während ich in der kleinsten Kirche Englands war, sind meine Reisegefährten auf den höchsten Berg Englands gestiegen. Der Weg das Wasdale hinauf war heute übrigens mit einigen nassen Hindernissen gespickt, nachdem gestern eine Unwetterwarnung für den Lake District wegen Regen ausgesprochen wurde.

Lake District Live XX: St. Olaf’s

And we are back with the Vikings, this time in St. Olaf’s – named after a Norwegian king, who was canonised after his death – in Wasdale Head. The church’s roof beams are supposed to have come from Viking ships. While I was in England’s smallest church, my travelling companions went up England’s highest mountain. The way up Wasdale was riddled with several very wet obstacles today, following yesterday’s ‚yellow‘ weather warning due to heavy rains in the Lake District.

Lake District Live XIX: Die Geschichte des Rums

Büro der Handelsfamilie Jefferson / Office of the Jefferson spirit traders

… hat uns heute ein Museum in Whitehaven nähergebracht. Dort erfuhren wir unter anderem Details zum Handelsdreieck zwischen Europa, Afrika und Amerika. Die Ausstellungsstücke über den Sklavenhandel waren dabei besonders düster. Die Tour endete natürlich mit einer Rumverkostung.

Lake District Live XIX: The Rum Story

We delved into the „Dark Spirit of Whitehaven“ in a museum today, where we also learned about the lucrative trade triangle between Europe, Africa and America. The displays on slavery were pretty haunting. The tour ended with a taste of rum, of course.