Gestörter Abend

Der Heimweg fing ganz gemütlich an. Mit dem Schienenersatzverkehr – der die aktuell gesperrten U-Bahn-Haltestellen der Linien U1, 2, 3 und 8 ersetzt – ging es mit ausreichend Zeitpuffer (auf den Straßen kann man ja nie vorhersehen, wie lange es dauert) zur Konstablerwache.

Da überraschte mich dann allerdings die erste Störung. Irgendwas war mit den S-Bahnen der Linien S3-5. Stadtauswärts fuhr zwar bereits wieder einiges, aber auf die erste Verbindung zum Südbahnhof wartete ich eine knappe halbe Stunde. So kam ich um Punkt 20:33 Uhr in Süd an – und sah den ausnahmsweise mal völlig pünktlichen RE50 vor meiner Nase wegfahren.

Immerhin traf auch die RB51 pünktlich um 20:48 Uhr ein. Also, alles etwas länger heute, aber gut. Also, jedenfalls bis Niedermittlau. Da hörten wir dann die sympathische Stimme mit osteuropäischem Akzent (als gebürtiger Westerwälder liebe ich das rollende R!) des Lokführers: „Der Lok hat eine technische Problem. Ich versuche das zu beheben.“

Nach einigen Minuten die Folgedurchsage: „Werte Fahrgäste, bitte steigen sie alle aus,“ – lautes Aufmurren im Abteil, – „äh, ich meine ein. Wir fahren gleich weiter.“

Das taten wir. Jedenfalls bis Wirtheim. Zugüberholung. Nein, zwei. Ankunftszeit: 22:05 Uhr statt der ursprünglich geplanten 21:10 Uhr. Was ein gestörter Abend.

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Offenbacher mit RE50 nach Hanau entführt

Sign, Road, Road Sign, Traffic, Road Signs, SignpostMittwochabend gegen 18:32 Uhr am Südbahnhof: Ich eile die Rolltreppe aus der U-Bahn hoch. Vielleicht erwische ich ja den RE50 um 18:33 Uhr noch. Von Gleis 6 rennen Menschen herunter und rüber auf Gleis 8. Das müssen meine Mitreisenden sein. Ab hinterher, schneller Blick auf die Anzeigentafel: RE50 nach Fulda. Perfekt, gerade noch so geschafft.

Die Türen schließen sich hinter mir. Durchsage: „Bitte beachten Sie, dieser Zug hält bis Fulda nur in Hanau, Bad Soden-Salmünster und Schlüchtern.“ Mist, wir sind im verspäteten 18:25er gelandet. Ich drehe mich zur Tür, der Knopf ist nicht mehr grün.

Gut, versuche ich mein Glück beim Umstieg in Hanau (der knapp gelingt). Der Offenbacher neben mir drückt verzweifelt auf den Knopf, obwohl der Zug schon fährt. Und fängt laut an zu Fluchen.

Herzlich Willkommen im Informationschaos

Irgendeine Streckensperrung im Kinzigtal. Soweit so gut, gibt sicher einen triftigen Grund, für den man Verständnis haben könnte – wenn man mal eine klare Ansage bekommen würde.

Das Internet sagt, dass die RB51 um 7:20 Uhr ausfällt. Der RE50 hat dort 1 Minute Verspätung und fährt abweichend auf Gleis 3 ein. Grund für die Verspätung ist ein liegengebliebener Zug in Hailer-Meerholz.

Das AnzeigenSpruchband am Gleis sagt für die RB51 gar nichts, für den RE50 erklärt es uns, dass der heute ausnahmsweise in Wirtheim, Heitz-Höchst und Hailer-Meerholz hält und 15 Minuten Verspätung hat. Grund dafür ist eine Störung am Zug. Vom Gleiswechsel erfahren wir erst, als der RE50 auf 3 statt auf 1 einfährt.

Die Durchsage sagt die meiste Zeit gar nichts. Ab und zu setzt die automatische Dame an, um uns von der Verspätung des RE50 zu erzählen. Sie wird aber mittendrin immer wieder von einem wohl ungünstig auf der Auslöseschleife stehenden Zug mit der automatisch generierten Durchsage „Achtung, ein Zug fährt durch. Halten Sie Abstand von der Bahnsteigkante“ unterbrochen.

In der Realität steht da am Gleis neben dem gerade eingefahrenen RE50 auch noch die RB51. Inklusive Zugführer, Schaffner und Mitfahrern. Nach Totalausfall sieht das nicht aus.

Durchsage im RE50, in den mittlerweile die meisten gewechselt sind: „Streckensperrung wegen eines Fahrzeugbrands.“ Noch eine neue Information. Plötzlich winkt der Schaffner an der RB51: „Wir erhalten Ausfahrt.“ Er wirkt genauso überrascht wie wir. Ein paar Leute schaffen noch den Wechsel, viele im RE50 haben es nicht mitbekommen. Denn natürlich gibt es keine Ansage, welcher Zug zuerst ausfährt.

Offenbach, äh, ich meine: Informationschaos

Wir tuckern nun also mit der offiziell ausgefallenen RB51 Richtung Frankfurt. Durchsage gibt es keine mehr – bis kurz vor Offenbach: „Bitte beachten Sie, dieser Zug endet heute in Offenbach. Steigen Sie bitte in den RE50, der hinter uns einfahren wird.“ Aber gerne doch.

Verspätung auf allerhöchstem Niveau

Wir Kinzigtalbahn-Fahrer, wir kommen ja schon von einem sehr hohen Niveau. Die Bahnstrecke zwischen Fulda und Frankfurt sorgt bekanntermaßen für die meisten Verspätungen in Hessen. Das sind wir gewohnt. Im Moment kommt es durch die Sperrung des S-Bahn-Tunnels in Frankfurt noch ein bisschen dicker, da sich z.B. in Frankfurt Süd plötzlich jede Menge S-Bahnen auf den Gleisen tummeln, die dort eigentlich nicht hingehören. Haben wir uns auch schon dran gewöhnt. Jetzt kommt allerdings noch der Faktor Wetter obendrauf. Und langsam fängt es an zu nerven.

Schönes Beispiel heute: Am Morgen mit 60 Minuten Verspätung in Frankfurt angekommen, wegen einer Gleisstörung in Wolfgang. Es ist zu heiß, sagt man uns. Da macht das Material schon mal schlapp. Auf dem Rückweg fangen wir uns dann 30 Minuten ein, auch wegen der Hitze – wenn auch diesmal indirekt.

Der Main-Spessart-Express hat das Rennen gegen den RE50 gewonnen und erhält als erstes auf Gleis 6 am Südbahnhof Einfahrt – und ist bei der Ankunft schon berstend voll. Natürlich wollen noch weitere Fahrgäste einsteigen, aber es geht weder vor noch zurück. Es dauert geschlagene 15 Minuten, bis sich die Türen endlich schließen lassen. Grund für die Enge (neben den S-Bahn Touristen aus Offenbach und Hanau): ein gesperrter Waggon, in dem die Klimaanlage ausgefallen ist. Das kann man ja keinem zumuten. Das unsägliche Gequetsche offensichtlich schon … Und so richtig kühl sahen die Menschenmassen auch nicht aus.

Naja, die Fahrt im dahinter fahrenden RE50 war im Vergleich wirklich angenehm – nur halt mal wieder viel zu lange. Ob sie uns jetzt auf ein noch höheres Verspätungsniveau anheben können, das bleibt abzuwarten. Ich hoffe ja auf eine Entspannung ab dem 6. August, wenn die ganzen S-Bahnen wieder dahin kommen, wo sie hingehören. Wir sind gespannt.

Pendler-Abenteuer in Hamburg

Bin mal wieder Fremdgependelt, diesmal mit dem HVV.

Merke: Man kann in Hamburg (Stichprobe Bahrenfeld und Stadthausbrücke) keine Wochen- oder Monatskarten am Automaten oder beim Busfahrer* kaufen.

*Völlig überraschter O-Ton: „Die verkaufen wir gar nicht. Ich weiß auch nicht, wo hier in der Nähe das nächste Service-Center wäre.“

Sehr interessanter „Dienstleistungs“-Ansatz, liebe Hansestadt.

Verrecker auf der Strecke

Was waren das denn heute Abend für Verrecker auf der Strecke? In Hanau angekommen, sagt uns der Zugbegleiter, dass sich die Weiterfahrt wahrscheinlich etwas verzögert, da zwischen Hanau und Gelnhausen ein ICE liegengebliebenen ist. In Gelnhausen freuen wir uns noch, dass wir relativ schnell dran vorbeigekommen sind, dann kommt die Durchsage: „Wegen eines weiteren liegengebliebenen Zuges zwischen Haitz-Höchst und Wirtheim wird sich die Weiterfahrt abermals verzögern.“ Aber auch das Hindernis ist schnell umschifft.

Wir kommen zwar mit 15 Minuten Verspätung an – 10 davon hatte der Zug allerdings schon bei der Abfahrt in Frankfurt Süd. Einen Grund dafür gab es keinen. Aber vielleicht lag zwischen dem Hauptbahnhof und Süd ja auch schon ein Zug auf der Strecke rum.

Wenn man an böse Omen glauben würde

… hätte mir heute eine höhere Macht wohl empfohlen nicht nach Frankfurt zu fahren.

In den Bergen hat es heute Nacht geschneit. Dementsprechend vorsichtig machte ich mich mit dem Auto auf den Weg ins Tal. Wie glatt es ist, habe ich bei einer Vollbremsung getestet, als ein Fuchs ganz entspannt direkt vor mir über die Fahrbahn trabte. Nicht wirklich glatt, Glück gehabt.

Im nächsten Ort fuhr ein Auto mit Warnblinklicht direkt vor mir mitten auf die Kreuzung und blockierte beide Fahrbahnen. Hinter ihm bogen zwei Autos, ebenfalls mit Warnblinkern, auf die Hauptstraße ein. Sie tuckerten dann mit 20 km/h vor mir her. Der erste schleppte den zweiten ab und der Fahrbahnblockierer sicherte erst die Kreuzung und dann nach hinten ab. Alles klar. Bei der Abfahrt zur Werkstatt war ich sie wieder los.

Kaum im Wald des Fürsten angelangt, grüßte mich ein Warndreieck. Zwei Wagen standen am Straßenrand, die Menschen – vorbildlich in Warnweste – daneben. Kurz das Fenster runtergekurbelt, aber die Menschen winkten schon ab und bedankten sich. „Alles in Ordnung.“

Wohlbehalten im verregneten Kinzigtal angekommen, erfreute ich mit meinem schneebedeckten Auto wieder mal Kinder auf dem Weg in die Schule. Ich wurde nett gegrüßt, dann ging die Schneeballschlacht los. Zum Glück auch ohne meine Beteiligung.

Bei der Ankunft am Bahnhof sah ich bereits das ominös laufende Spruchband an der Anzeige. Das bedeutet ja nie was Gutes. Etwas näher dran erkannte ich dann: 20 Minuten wegen diverser Störungen.

Ach ja, wie gut, dass ich nicht abergläubisch bin.