Lake District XV: Spaziergang durch Ambleside

Bridge House über/on top of Stock Beck

Bei einem Spaziergang durch Ambleside im letzten Jahr, haben wir Bridge House – eines der kleinsten Museen der Welt – besichtigt, ein Suppenschaf gesichtet und am Ufer von Lake Windermere ein eisernes Eichhörnchen entdeckt.

Lake District XV: Stroll through Ambleside

Eisernes Eichhörnchen / Iron squirrel

During a stroll through Ambleside last year, we visited Bridge House – one of the smalles museums in the world – spotted a soup sheep and an iron squirrel on the shores of Lake Windermere.

Die Alternative in der Alternative

Philip K. Dicks The Man in the High Castle (übersetzt als: Das Orakel vom Berge, meine Ausgabe: Penguin, 2001) hat alles was ein alternativer historischer Roman braucht – inklusive eines beliebten alternativen historischen Romans. In der Alternativwelt haben die Nazis den 2. Weltkrieg gewonnen und die USA in einen von Deutschland im Osten und einen von den japanischen Alliierten besetzten Teil in Westen, mit den Rocky Mountains als Pufferzone in der Mitte, aufgeteilt. Im Alternativroman The Grasshopper Lies Heavy (Schwer liegt die Heuschrecke) haben die Nazis den Krieg verloren. Die Alternativversion der Alternativversion hat nichts mit unserer Geschichte zu tun, aber zeigt uns, wie nur kleine Veränderungen die Geschehnisse beeinflussen hätten können. Dabei Dick zeichnet ein faszinierendes Bild der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in der Alternativwelt. Ich habe die Serie (noch) nicht gesehen, aber das Buch kann ich allen Fans von alternativen Geschichtsszenarien und Dystopien wärmstens empfehlen.

Alternative inside the alternative

Philip K. Dick’s The Man in the High Castle (my edition: Penguin, 2001) has everything an alternative history novel needs – including a widely popular alternative history novel. In the alternative world, the Nazis won World War II and divided the US into an eastern part occupied by the Germans and a western one occupied by their Japanese allies, with the Rocky Mountains serving as a buffer zone. In the alternative novel The Grasshopper Lies Heavy, the Nazis have lost the war. The alternative version inside the alternative version is not our history, but it shows what other possible outcomes the war could have had. Meanwhile, Dick paints a fascinating picture of the world across the social stratum. I have not (yet) watched the series, but the book comes highly recommended to all fans of alternative historic novels and dystopias.

Die Menschen von Gleis 8

frankfurt-bahnhof

Am besten immer gleich alle Gleise im Auge behalten.

Die Heimreise am Donnerstag beginnt mit dem Ansatz eines Verspätungs-Countups für den Eingangszug. Die RB mit Ankunft 18:15 Uhr in Frankfurt hat erst 5, dann 15, dann 20 Minuten Verspätung. Der RE 50 nach Fulda mit Abfahrt 18:26 Uhr (der gleiche Zug) hat 10 konstante Minuten Verspätung. Es wird einfach nicht weiter hochgezählt, auch als wir 25 Minuten nach der eigentlichen Abfahrt immer noch auf Gleis 8 herumstehen.

Oberleitungsschaden. Da habe ich vollstes Verständnis für. Kann bei dem Sturm schon mal passieren.

Wofür ich allerdings keinerlei Verständnis habe, ist, dass der gemeine Kunde auf Gleis 8 nicht weiter über den Verbleib seines Zuges oder mögliche Ausweichmanöver informiert wird. Der aufmerksame Reisende sieht zwei Gleise weiter den RE aus Fulda ankommen, der als RB bis Wächtersbach zurückfahren soll. Der ist mit 15 Minuten Verspätung angeschlagen. Kurz vor dessen Abfahrt folge ich einigen Abenteurern rüber auf Gleis 10. Und die RB fährt tatsächlich mit 15 Minuten Verspätung los. Wir reisen im Schneckentempo, werden an der Schadstelle (Offenbach!) vorbeigeleitet, aber man kommt voran. Alles ok, für die Leute, die den Schritt auf Gleis 10 gewagt haben.

Was aus dem RE nach Fulda und den Menschen von Gleis 8 geworden ist, weiß ich nicht.

Zeche Zollern

schloss

Das Schloss der Arbeit

Im Dezember durfte ich kurz in die Zeche Zollern in Dortmund, leider nur zu einer sehr verkürzten Führung. Die meiste Zeit verbrachten wir in der beeindruckenden Maschinenhalle, zusammen mit den Kaninchenzüchtern und Fränzi. Falls es mich wieder nach Dortmund verschlagen sollte, ist auf jeden Fall eine volle Besichtigung eingeplant, am besten in Verbindung mit einem Geierabend.

Die Wiege des Steampunk

differencejpgWilliam Gibsons und Bruce Sterlings The Difference Engine (Die Differenzmaschine) hat das Genre des Steampunks mitgeprägt. Die Geschichte begleitet Sybil Gerard, die Tochter eines hingerichteten Ludditen, Edward ‚Leviathan‘ Mallory, ein Paläontologe, und Laurence Oliphant, ein Spion der sich als Reiseberichterstatter ausgibt. Deren meist separate Handlungsstränge sind durch einen Stapel mysteriöser Lochkarten und Personen, die diese an sich bringen wollen, verbunden.

Das Buch hat einen voll ausgebauten alternativen historischen Hintergrund, von dem der Leser teilweise aus Zeitungsausschnitten, Gedichten, Postern oder Briefen erfährt. In diesem alternativen viktorianischen Großbritannien gelingt es zum Beispiel dem Universalgelehrten Charles Babbage einen dampfbetriebenen Computer zu bauen, Lord Byron regiert das Land und John Keats ist ein Kinotropist. Obwohl dieser Hintergrund total faszinierend ist, hätten die drei Handlungsstränge geschickter verwebt werden können. Sie wirken irgendwie ausgefranst, so dass die Iterationen nicht ihr volles Potential entfalten. Trotzdem müssen Steampunk-Fans das Buch natürlich unbedingt lesen.

The origin of steampunk

William Gibson’s and Bruce Sterling’s The Difference Engine is widely regarded as the book that helped establish the genre conventions of steampunk. The story centres around Sybil Gerard, the daughter of an executed Luddite, Edward ‘Leviathan’ Mallory, a paleontologist, and Laurence Oliphant, a spy posing as a travel writer. Their mostly separate story lines are linked by a set of mysterious computer punch cards and the agents trying to obtain them.

The novel comes with a fully-fledged alternative historical background, partly gleaned through newspaper clippings, poems, posters or letters. In this alternative Victorian Britain, polymath Charles Babbage succeeds in building a steam-powered computer, Lord Byron rules the country and John Keats is a kinotropist, for example. Though the backdrop is totally fascinating, the three stories could have been woven together a bit tighter and neater. The story threads seem  frayed so that the iterations do not realise their full potential. Nevertheless, the book is a must-read for steampunk fans.

Byatts Ragnarök

byatt-ragnarokA.S. Byatts Ragnarok: The End of the Gods (meine Ausgabe: Canongate, 2016) ist eine ganz besondere Nacherzählung des Nordischen Apokalypse-Mythos, die mit den Erfahrungen der Autorin im Zweiten Weltkrieg verwoben wird. Das „dünne Kind im Krieg“ (S. 3, meine Übersetzung) begegnet Nordischen Sagas und findet sie viel faszinierender als die Geschichten der Bibel.

“The thin child thought that these [Bible] stories – the sweet, cotton-wool meek and mild one, the barbaric sacrificial gloating one, were both human make-ups, like the life of the giants in the Riesengebirge. Neither aspect made her want to write, or fed her imagination.” (S. 12)

Byatt erforscht die Macht der Mythen und der Phantastik – und deren Aktualität in der heutigen Zeit. Obwohl die drei Teile (Kindheitserinnerung, Nacherzählung der Saga und das Essay) sicher keinen typischen Roman ergeben, versteht Byatt es, die Teile zu einem kohärenten Ganzen zusammenzufügen: zu einem Text über die Relevanz der Saga für sie selbst und den Rest der Welt.

Das Buch stammt aus der The Myths-Serie von Canongate, in der berühmte Autoren Mythen nacherzählen.

Byatt’s Ragnarok

A.S. Byatt’s Ragnarok: The End of the Gods (my edition: Canongate, 2016) is a unique retelling of the Norse apocalyptic myth interwoven with the author’s own experiences during World War II. The “thin child in wartime” (p. 3) encounters the Norse sagas and finds them so much more fascinating than the stories in the Bible.

“The thin child thought that these [Bible] stories – the sweet, cotton-wool meek and mild one, the barbaric sacrificial gloating one, were both human make-ups, like the life of the giants in the Riesengebirge. Neither aspect made her want to write, or fed her imagination.” (p. 12)

Byatt explores the power of myths and the fantastic and how they are still pertinent today. Though the three parts of childhood memory, saga retelling and the essay certainly do not make for a typical novel, Byatt manages to pull it all together into one coherent text on the saga and its relevance to herself as well as the rest of the world.

The book is part of the The Myths series by Canongate, which published retellings of myths by well-known authors.