Das coolste Auto im Kinzigtal

P1110932So kommt es mir jedenfalls vor, wenn ich aus dem verschneiten Vogelsberg ins leider nur verregnete Kinzigtal runterfahre. Zwei Mädchen auf dem Schulweg neulich fanden das auch total cool. Denn als ich an einer Ampel stehenblieb zeigten sie total aufgeregt auf meine Kühlerhaube. Sie kamen zaghaft näher, eine schaute mich fragend an. Ich nickte und sie nahm eine Handvoll Schnee von meinem Auto und freute sich – wie eine Schneekönigin halt.

Die magische Anziehungskraft des Tierkadavers

Ich will nicht hingucken. Manchmal schaffe ich das auch. Meistens wird mein Auge aber doch von dem mehr oder weniger blutigen Spektakel am Straßenrand angezogen. Am seltsamsten war eine Taube ohne Kopf. Sah völlig intakt aus, bis auf das fehlende Oberstübchen. Wie mit der Kreissäge abgetrennt, kaum blutig. Besser als diese Haufen aus Gedärmen, bei denen man gar nicht mehr erkennen kann, um was es sich da eigentlich handelt. Die alltäglichen Schreckensbilder beim Autofahren auf dem Lande. Noch so ein Grund, warum ich das nicht so gerne tue.

Ganz tragisch finde ich ja Katzen (ein Hund ist mir bisher noch nicht untergekommen). Nicht weil die mehr wert sind als Füchse oder Kröten, sondern weil in vielen Fällen zu Hause eine Person oder eine ganze Familie vergeblich auf ihr geliebtes Haustier warten. Da schießt mir vor Mitgefühl mit den Unbekannten manchmal tatsächlich eine Träne in die Augen.

Gustav

Unser dusseliger Gustav, der leider viel zu kurz bei uns war, weil er sich unbedingt mit einem fahrenden Auto anlegen musste.

Ärzte raten: Auf den Zug umsteigen

Öpnv

Ärzte raten dazu, wo es geht, auf die Anfahrt mit dem eigenen Pkw zu verzichten. Pendler mit Auto neigen demnach häufiger zu Übergewicht und seien vor allem auf dem Heimweg nach einem anstrengenden Arbeitstag gefährdet, wenn erste Ermüdungserscheinungen eintreten.

Ich rate das auch. Nicht nur wegen der Gesundheit. Ist auch besser für die Umwelt, reduziert den Stress und man kann etwas Sinnvolles mit seiner Zeit anfangen. Lesen, zum Beispiel. Zur Not auch Arbeiten, oder Schlafen. Interessante Mitmenschen beobachten. Am Ende kommt dabei gar ein Blog heraus …

Den ganzen Artikel, aus dem das Zitat stammt, gibt es >hier. Ich frage mich, wo die Buchleser in der Statistik abgeblieben sind. Die gibt es noch. Wirklich. Am Ende allerdings die Fahrgemeinschafts-Empfehlung als ultimative Lösung anzupreisen, ist völliger Schwachsinn. Besser als Alleinfahren, natürlich, aber den ÖPNV schlägt die Fahrgemeinschaft in keiner der vorgebrachten Kategorien. Ob man nun im Auto oder im Zug sitzt ist völlig egal. In letzterem hat man aber tatsächlich die Option aufzustehen und rumzulaufen. Außerdem kann man davon ausgehen, dass der Pendler durchschnittlich weitere Wege zur Haltestelle zu Fuß zurücklegt als vom Parkplatz. Das Problem der Übermüdung des Fahrers bleibt auch bei Fahrgemeinschaften bestehen. Und der vollbesetzte Zug/Bus ist immer noch effizienter als ein vollbesetzter PKW. Nachdenken vor dem Schreiben hilft manchmal.

Ich liege bei der Pendelzeit übrigens um mehr als das doppelte über dem Durchschnitt. Leider verbringe ich dabei nicht die ganze Zeit im Zug, sondern muss erst noch mit dem Auto an den Bahnhof fahren. Auch dazu gibt es demnächst ein paar Geschichten.