Verrecker auf der Strecke

Was waren das denn heute Abend für Verrecker auf der Strecke? In Hanau angekommen, sagt uns der Zugbegleiter, dass sich die Weiterfahrt wahrscheinlich etwas verzögert, da zwischen Hanau und Gelnhausen ein ICE liegengebliebenen ist. In Gelnhausen freuen wir uns noch, dass wir relativ schnell dran vorbeigekommen sind, dann kommt die Durchsage: „Wegen eines weiteren liegengebliebenen Zuges zwischen Haitz-Höchst und Wirtheim wird sich die Weiterfahrt abermals verzögern.“ Aber auch das Hindernis ist schnell umschifft.

Wir kommen zwar mit 15 Minuten Verspätung an – 10 davon hatte der Zug allerdings schon bei der Abfahrt in Frankfurt Süd. Einen Grund dafür gab es keinen. Aber vielleicht lag zwischen dem Hauptbahnhof und Süd ja auch schon ein Zug auf der Strecke rum.

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Motivationsprobleme beim Anzeigetafel-Aktualisierer

Irgendwo sitzt da ein Mann bei der Deutschen Bahn/dem RMV, der muss wohl die Anzeigetafeln am Südbahnhof in Frankfurt händisch aktuell halten. Und der tut seinen Job gerade nicht wirklich gut.

Nehmen wir den gestrigen Abend als Beispiel. Ich bin um 17:10 Uhr am Bahnhof. Die RB 51 Richtung Bad Soden-Salmünster, eigentlich Abfahrt 17:09 Uhr steht noch auf der Anzeigetafel unten und oben am Gleis 7. Ich gehe mal auf Verdacht nach oben, vielleicht ist sie ja noch nicht abgefahren. Oben stehen auch noch Leute, der Zug war noch nicht da. Zehn Minuten später ist er immer noch auf der Anzeigetafel, ohne Verspätung. Dann springt die Anzeige auf „Zugfahrten“ um, und die RB verschwindet spurlos. Keinerlei Durchsage was mit ihr passiert ist.

Ich weiß aus dem Internet, dass die Strecke zwischen sWolfgang und Hailer-Meerholz noch bis voraussichtlich 18 Uhr gesperrt ist, wegen Personenschaden. Das ist mal wieder eine Verspätung, die jeder nachvollziehen kann. Warum es dazu allerdings offline keinerlei Informationen in Süd gibt, das kann ich nicht nachvollziehen.

Ich begebe mich auf Gleis 6, wo der RE50 nach Fulda um 17:33 Uhr angeschlagen steht. Keinerlei Verspätung – auch zehn Minuten nach geplanter Abfahrt nicht. Dann fährt ein Zug aus der Gegenrichtung ein. Und prompt ist auch der RE wieder von der Anzeige verschwunden, Durchsage Fehlanzeige. Das Internet sagt mir um 17:45 Uhr, dass der Zug um 17:41 Uhr ab(ge?)fahren (sein) soll.

Der nächste RE50 fährt um 17:56 Uhr, deshalb verlasse ich meinen Beobachtungsposten an Gleis 6 und gehe einfach mal zum Informationsschalter. Ich frage die nette Dame, wo der Zug um 17:33 Uhr abgeblieben ist. Sie ruft jemanden an. Das ist der bereits oben erwähnte Mann mit dem Motivations- oder Zeitproblem. Dem sagt sie, ziemlich bestimmt, dass er die Verspätung des RE50 doch bitte sofort ins System einbuchen soll. Und keine Minute später taucht er wieder auf, auf der Anzeigetafel – und eine automatische Durchsage erzählt uns, dass der Zug 20 Minuten Verspätung wegen einem Notfalleinsatz an der Strecke hat. Na bitte, geht doch.

Ein ähnlicher Anzeigetafelsalat ist mir erst letzte Woche untergekommen – da wäre ich fast in einen falschen Zug gestiegen (Bericht folgt). Das scheint also kein Einzelfall zu sein. Ich frage mich sowieso, warum die Informationen im Internet und auf den Anzeigetafeln unterschiedlich sind. Und was das für ein hypermodernes System ist, bei dem ein Mann händisch die Verspätung eingeben muss, damit sie auf der Anzeigetafel in Süd auftaucht und durchgesagt wird …

Ich bräuchte einen Partner am Hauptbahnhof. Der könnte mir dann sagen, ob die Anzeigetafeln dort genauso professionell aktualisiert werden – oder ob es dort vielleicht sogar ein ganz anderes System als am Südbahnhof gibt.

Schlimmer geht immer

Der Bahnhof in Steinau an der Straße

Wie oft habe ich mich nicht schon über fehlende Durchsagen an meinem Heimatbahnhof beschwert. Dass es immer schlimmer sein kann, durfte ich am Montag in Steinau an der Straße erleben. Während in Wächtersbach oft eine akustische Information zu Änderungen im Zugfahrplan (=Verspätungen) fehlt, gibt es in Steinau gar keine Ansage. Nicht mal das automatische „Vorsicht, ein Zug fährt durch“, ganz zu schweigen vom üblichen „Auf Gleis X erhält Einfahrt …“  Der vor-sich-hin-träumende Reisende steht also völlig unvorbereitet am Gleis und wird vom vorbeirauschenden ICE genauso überrascht, wie vom pünktlich einfahrenden RE nach Frankfurt.

Wegen Langsamkeit beim Zuglotto gewonnen

Neulich am Frankfurter Hauptbahnhof.

Wir sitzen schon im RE 50 mit Abfahrt 18:26 Uhr – heute auf unbestimmte Zeit verspätet, wegen eines Lokschadens. Gerade als wir den Aufprall des neuen Triebfahrzeugs vorne spüren, kommt die Durchsage: „Der nächste Zug nach Wächtersbach fährt um 18:47 Uhr [sic!]*, heute voraussichtlich um 19:02 Uhr.“

Interessant, denke ich, dabei haben wir doch bereits eine neue Lok vorne festgezurrt. Naja, ich packe dann doch langsam meine Sachen zusammen. Viele sind schon ausgestiegen, um zur Regionalbahn zu gelangen, ich ziehe mir gerade die Jacke an, als ein Pfiff ertönt und der Zug losfährt – um 18:55 Uhr.

Gut, dass ich so langsam war. Hat mir diesmal den Sieg eingebracht, beim Zuglotto.

 

*eigentlich 18:42 Uhr

Nächster Halt-Remix

Neulich zwischen Wächtersbach und Wirtheim:

Der Zugführer unterhält uns heute mit einem Remix der automatischen Durchsage – heißt: er versucht das Band „vorzuspulen“. Das klingt in etwa so:

Nächster Halt: Haitz-Höchst, nä-nä-nächster Halt: Rodenbach, nächster Ha-, nä-nächster Halt: Wolfgang. nächster-nächster Halt, nächster Halt: Frankfurt Hauptbahnhof.

Dort angelangt läuft die gesamte Ansage für den Hauptbahnhof einmal durch. Die kann man wohl nicht vorspulen.

Nächster Halt: Wirtheim.

Ja, jetzt sind wir wieder auf Spur – aber dann geht es direkt danach (und noch vor Wirtheim) weiter mit:

Nächster Halt: Haitz-Höchst, nä-nä-nächster Hal-, nächster Halt: Hanau …

Bis Wirtheim haben wir das Band viermal komplett durch. Danach gibt es dann auf der gesamten Strecke keine Ansage mehr. Natürlich kein Problem für die täglichen Pendler und die, die beim Remix gut aufgepasst haben. Alle anderen haben haben halt einfach Pech gehabt.

Glatteis vs. Platzmangel

penguinEigentlich wollte ich mich am Montag ja über den nicht gestreuten Bahnhof wundern. Über all die Menschen, die vorsichtig über das Glatteis – elegant wie Pinguine am Südpol – den Bahnsteig hinunter watscheln.

Dann überrascht mich der Zug damit, dass der erste statt der dritte Wagen vor mir stehenbleibt. Zu früh gebremst? Nein, irgendwas ist hier faul. Ich ergattere einen der allerletzten Sitzplätze, indem ich einen Mann freundlich dazu bringe, seine Tasche auf den Schoß zu nehmen. Warum ist es hier so voll?

Die Erklärung kommt mit der Durchsage: „Wo immer Sie was zum Sitzen finden, setzten Sie sich. Uns fehlen heute leider drei Wagen.“ Kurz vor Hanau wird sich noch mal entschuldigt: „Wir bedanken uns für Ihr Verständnis für unseren … Platzmangel.“