Und plötzlich war alles still

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Blick auf den Graf-Dietrichs-Weiher in Fischborn

Heute ist alles still am Graf-Dietrichs-Weiher. Zu jeder anderen Jahreszeit schnattern hier die Enten, streiten sich die Kormorane, schreien die Haubentaucher, springen die Fische, schnaufen die Wasserbüffel, quaken die Frösche. Heute knackt nur das Eis ab und zu.

Genau wie hier im Blog.

Kondensstreifen am blauen Winterhimmel

Kondensstreifen am blauen Winterhimmel

Die Wege des Wassers

Anfang Februar habe ich mich auf die Wege des Wassers rund um Fischborn im Vogelsberg begeben. Bei den vielen Niederschlägen hat uns das Wasser bereits vom Anfang der Wanderung am Wegesrand und teils auch mitten auf dem Weg begleitet.

Am Rastplatz Weg des Wassers in Fischborn angekommen, stellten wir fest, dass das Wasser im Winter abgeschaltet ist. Die Infotafel über den Weg des Wassers aus dem Vogelsberg nach Frankfurt hatte trotzdem einige spannende Geschichten parat. Unter anderem wurden Ende des 19. Jahrhunderts zehn Häuser in Fischborn abgerissen und die Bewohner zwangsumgesiedelt, um den Aderborn zu erbauen. An dem ging es dann auch vorbei auf dem Heimweg, auf dem wir jede Menge Spuren, menschlicher und tierischer Art, entdeckten.

Vom Hoherodskopf nach Hause

… bin ich letztens mal fast gelaufen. Das ganze fing mit einer wilden Verfolgungsjagd an. Wir wollten mit dem Vulkan-Express hoch auf den Berg fahren. Dazu sind wir mit dem Auto nach Fischborn gefahren, wo die nächstbeste Haltestelle zu finden ist. In der Riedstraße, direkt parallel zur Hauptdurchgangstraße, warteten wir also geduldig auf den Bus, der zwar pünktlich kam, dann aber auf der Hauptstraße an uns vorbeirauschte. Er war gar nicht in die Parallelstraße zu seiner eigentlichen Haltestelle abgebogen.

Nach kurzer Beratung stieg das Wanderteam ins Auto und wir lieferten uns eine Verfolgungsjagd mit dem Bus bis zur nächsten Haltestelle in Hartmannshain. Kurz vorm Ort konnten wir überholen und dann das Auto zum Glück direkt neben der Haltestelle auf dem Parkplatz abstellen. Der Tag begann also schon mal vielversprechend aufregend. Auch in der Freizeit kann man offensichtlich Pendel-Abenteuer erleben.

Vom Hoherodskopf aus sind wir dann dem Lahn-Kinzig Fernwanderweg gefolgt. Vor dem Taufstein war die Markierung leider nicht wirklich eindeutig, so dass wir erst mal kurz in die falsche Richtung gelaufen sind (auf jeden Fall bis zum Bismarckturm laufen, nicht vorher links abbiegen). Aber so ein Umweg birgt ja auch seine Reize… Wieder auf dem richtigen Wege gab es einige total überwucherte Streckenabschnitte durch den Wald. An der Herchenhainer Höhe genossen wir den tollen Ausblick ins Tal bei einer längeren Rast und staunten nicht schlecht über das verwunschene Denkmal für die in den Weltkriegen gefallenen Wanderer mitten im Wald. Die Bonifatiuskanzel, eine Basaltformation von der aus der Heilige natürlich damals gepredigt hat, ist auch schön anzusehen. Am Ende war ich tatsächlich ganz froh, dass ich nicht bis nach Fischborn zurück müsste. Ich bin ja noch ganz am Anfang mit meiner Wanderer-Karriere.

Länge: ca. 14km, Schwierigkeitsgrad: leicht

Bilder von mir und der wunderbaren mrsbananabrain.