Wenn man an böse Omen glauben würde

… hätte mir heute eine höhere Macht wohl empfohlen nicht nach Frankfurt zu fahren.

In den Bergen hat es heute Nacht geschneit. Dementsprechend vorsichtig machte ich mich mit dem Auto auf den Weg ins Tal. Wie glatt es ist, habe ich bei einer Vollbremsung getestet, als ein Fuchs ganz entspannt direkt vor mir über die Fahrbahn trabte. Nicht wirklich glatt, Glück gehabt.

Im nächsten Ort fuhr ein Auto mit Warnblinklicht direkt vor mir mitten auf die Kreuzung und blockierte beide Fahrbahnen. Hinter ihm bogen zwei Autos, ebenfalls mit Warnblinkern, auf die Hauptstraße ein. Sie tuckerten dann mit 20 km/h vor mir her. Der erste schleppte den zweiten ab und der Fahrbahnblockierer sicherte erst die Kreuzung und dann nach hinten ab. Alles klar. Bei der Abfahrt zur Werkstatt war ich sie wieder los.

Kaum im Wald des Fürsten angelangt, grüßte mich ein Warndreieck. Zwei Wagen standen am Straßenrand, die Menschen – vorbildlich in Warnweste – daneben. Kurz das Fenster runtergekurbelt, aber die Menschen winkten schon ab und bedankten sich. „Alles in Ordnung.“

Wohlbehalten im verregneten Kinzigtal angekommen, erfreute ich mit meinem schneebedeckten Auto wieder mal Kinder auf dem Weg in die Schule. Ich wurde nett gegrüßt, dann ging die Schneeballschlacht los. Zum Glück auch ohne meine Beteiligung.

Bei der Ankunft am Bahnhof sah ich bereits das ominös laufende Spruchband an der Anzeige. Das bedeutet ja nie was Gutes. Etwas näher dran erkannte ich dann: 20 Minuten wegen diverser Störungen.

Ach ja, wie gut, dass ich nicht abergläubisch bin.

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Hier bin ich falsch

Es ist 19 Uhr. Ich komme am Südbahnhof in Frankfurt an und sehe, das die RB 51 um 18:48 Uhr mit 10 Minuten Verspätung angezeigt wird. Ich eile hoch zum Gleis, wo die RB ebenfalls angezeigt ist – und da steht auch ein roter Doppelstöcker. Nichts wie rein. Sehr cool. Dann schaue ich mich ein bisschen genauer um und mir wird schnell klar: hier stimmt was nicht. Die Zugeinrichtung ist ungewöhnlich komfortabel, es gibt Tische und eine Kinderecke. Das Licht ist ganz anders – und die Menschen um mich herum unterhalten sich mit einem fränkischen Akzent. Klarer Fall von Main-Spessart-Express. Nichts wie raus hier!

Die Flucht gelingt. Der RE 55 nach Würzburg (der übrigens auch schon ganz schön Verspätung hat) bleibt noch 10 Minuten am Gleis stehen, während die Anzeige weiterhin darauf beharrt, dass hier die RB 51 rumsteht. Der Anzeigetafel-Aktualisierer schläft mal wieder vor sich hin.

Ich sehe viele Menschen in den Zug eilen. Die meisten kommen auch wieder raus. So eine luxuriöse Innenausstattung sind die Kinzigtalbahnfahrer einfach nicht gewohnt. Alle Verschlafenen haben in Hanau ja zum Glück noch mal die Chance, umzusteigen. Eigentlich auch in Offenbach, aber da scheint heute der Grund der Verspätungen zu liegen.

Blick auf die Frankfurter Skyline

Nachdem der Main-Spessart-Express abgefahren ist, kommt die Durchsage: „Auf Gleis 6 steht bereit, die RB 51 Richtung Wächtersbach.“ Äh, nein – es sei denn, der Zug ist mal wieder unsichtbar. „Bitte beachten sie: der Zug hält heute aus betrieblichen Gründen nicht in Offenbach.“ (Die Züge aus der anderen Richtung hatten übrigens wegen „eines Notfalleinsatz am Gleis“ Verspätung.) Kurze Zeit später fährt sie dann auch tatsächlich ein, und wir haben einen wunderschönen Blick auf die Frankfurter Skyline von der Deutschherrnbrücke aus. Man soll ja immer das positive sehen.

Bild: Kindertisch im Main-Spessart-Express (Foto: DB Regio Franken)

Motivationsprobleme beim Anzeigetafel-Aktualisierer

Irgendwo sitzt da ein Mann bei der Deutschen Bahn/dem RMV, der muss wohl die Anzeigetafeln am Südbahnhof in Frankfurt händisch aktuell halten. Und der tut seinen Job gerade nicht wirklich gut.

Nehmen wir den gestrigen Abend als Beispiel. Ich bin um 17:10 Uhr am Bahnhof. Die RB 51 Richtung Bad Soden-Salmünster, eigentlich Abfahrt 17:09 Uhr steht noch auf der Anzeigetafel unten und oben am Gleis 7. Ich gehe mal auf Verdacht nach oben, vielleicht ist sie ja noch nicht abgefahren. Oben stehen auch noch Leute, der Zug war noch nicht da. Zehn Minuten später ist er immer noch auf der Anzeigetafel, ohne Verspätung. Dann springt die Anzeige auf „Zugfahrten“ um, und die RB verschwindet spurlos. Keinerlei Durchsage was mit ihr passiert ist.

Ich weiß aus dem Internet, dass die Strecke zwischen sWolfgang und Hailer-Meerholz noch bis voraussichtlich 18 Uhr gesperrt ist, wegen Personenschaden. Das ist mal wieder eine Verspätung, die jeder nachvollziehen kann. Warum es dazu allerdings offline keinerlei Informationen in Süd gibt, das kann ich nicht nachvollziehen.

Ich begebe mich auf Gleis 6, wo der RE50 nach Fulda um 17:33 Uhr angeschlagen steht. Keinerlei Verspätung – auch zehn Minuten nach geplanter Abfahrt nicht. Dann fährt ein Zug aus der Gegenrichtung ein. Und prompt ist auch der RE wieder von der Anzeige verschwunden, Durchsage Fehlanzeige. Das Internet sagt mir um 17:45 Uhr, dass der Zug um 17:41 Uhr ab(ge?)fahren (sein) soll.

Der nächste RE50 fährt um 17:56 Uhr, deshalb verlasse ich meinen Beobachtungsposten an Gleis 6 und gehe einfach mal zum Informationsschalter. Ich frage die nette Dame, wo der Zug um 17:33 Uhr abgeblieben ist. Sie ruft jemanden an. Das ist der bereits oben erwähnte Mann mit dem Motivations- oder Zeitproblem. Dem sagt sie, ziemlich bestimmt, dass er die Verspätung des RE50 doch bitte sofort ins System einbuchen soll. Und keine Minute später taucht er wieder auf, auf der Anzeigetafel – und eine automatische Durchsage erzählt uns, dass der Zug 20 Minuten Verspätung wegen einem Notfalleinsatz an der Strecke hat. Na bitte, geht doch.

Ein ähnlicher Anzeigetafelsalat ist mir erst letzte Woche untergekommen – da wäre ich fast in einen falschen Zug gestiegen (Bericht folgt). Das scheint also kein Einzelfall zu sein. Ich frage mich sowieso, warum die Informationen im Internet und auf den Anzeigetafeln unterschiedlich sind. Und was das für ein hypermodernes System ist, bei dem ein Mann händisch die Verspätung eingeben muss, damit sie auf der Anzeigetafel in Süd auftaucht und durchgesagt wird …

Ich bräuchte einen Partner am Hauptbahnhof. Der könnte mir dann sagen, ob die Anzeigetafeln dort genauso professionell aktualisiert werden – oder ob es dort vielleicht sogar ein ganz anderes System als am Südbahnhof gibt.

Schlimmer geht immer

Der Bahnhof in Steinau an der Straße

Wie oft habe ich mich nicht schon über fehlende Durchsagen an meinem Heimatbahnhof beschwert. Dass es immer schlimmer sein kann, durfte ich am Montag in Steinau an der Straße erleben. Während in Wächtersbach oft eine akustische Information zu Änderungen im Zugfahrplan (=Verspätungen) fehlt, gibt es in Steinau gar keine Ansage. Nicht mal das automatische „Vorsicht, ein Zug fährt durch“, ganz zu schweigen vom üblichen „Auf Gleis X erhält Einfahrt …“  Der vor-sich-hin-träumende Reisende steht also völlig unvorbereitet am Gleis und wird vom vorbeirauschenden ICE genauso überrascht, wie vom pünktlich einfahrenden RE nach Frankfurt.

Wegen Langsamkeit beim Zuglotto gewonnen

Neulich am Frankfurter Hauptbahnhof.

Wir sitzen schon im RE 50 mit Abfahrt 18:26 Uhr – heute auf unbestimmte Zeit verspätet, wegen eines Lokschadens. Gerade als wir den Aufprall des neuen Triebfahrzeugs vorne spüren, kommt die Durchsage: „Der nächste Zug nach Wächtersbach fährt um 18:47 Uhr [sic!]*, heute voraussichtlich um 19:02 Uhr.“

Interessant, denke ich, dabei haben wir doch bereits eine neue Lok vorne festgezurrt. Naja, ich packe dann doch langsam meine Sachen zusammen. Viele sind schon ausgestiegen, um zur Regionalbahn zu gelangen, ich ziehe mir gerade die Jacke an, als ein Pfiff ertönt und der Zug losfährt – um 18:55 Uhr.

Gut, dass ich so langsam war. Hat mir diesmal den Sieg eingebracht, beim Zuglotto.

 

*eigentlich 18:42 Uhr

Zugführer gesucht

Ich hatte Glück am Sonntag, denn ich war im Süden Deutschlands mit dem Zug unterwegs. Während viele der Mitreisenden im ICE von München nach Berlin wegen Sturmtief Herwart in Kassel Wilhelmshöhe stranden sollten, wollte ich ja nur bis Hanau mitfahren und von dort in den Regionalexpress Richtung Fulda umsteigen.

Wir waren so gut wie pünktlich in Frankfurt, aber dann ging es irgendwie nicht weiter. Die Zeit verstrich und mir wurde klar, dass ich es in Hanau nicht in den RE schaffen würde. Naja, die RB fährt ja ein bisschen später durch, kein Problem. Dann die etwas genervte Durchsage der Zugbegleiterin: „Wir sind im Moment auf der Suche nach einem Zugführer. Sobald wir einen aufgetrieben haben, können wir weiterfahren.“

Ah, ja. Der Personalwechsel in Frankfurt war geplant, aber möglicherweise war der zugeteilte Zugführer irgendwo im Norden steckengeblieben. Ich wollte mich auf keine Experimente einlassen und bin gleich in Frankfurt in die RB gestiegen, die praktischerweise auf dem Nachbargleis stand.

Seltsame Dispositionsentscheidung

Neulich hatten wir Fernreisendenbesuch in der Kinzigtalbahn. Der Regionalexpress war 40 Minuten verspätet, „wegen einer technischen Störung an einem anderen Zug,“ sagte das Spruchband an der Anzeigentafel. Also sind wir alle in die zuerst eintreffende Regionalbahn gestiegen.

Kurz vor Gelnhausen kam dann die – eigentlich total hilfreiche – Durchsage, dass der RE direkt hinter uns fährt und wir in Gelnhausen am gleichen Gleis umsteigen können, da er uns danach überholen wird. Super, da hat mal jemand an den Service für die Fahrgäste gedacht – auch wenn die Empfehlung nicht bis zum Ende durchdacht war.

Eine kleine Überfüllungs-Warnung wäre nett gewesen, denn als wir in den RE steigen wollen, stolpern wir schon im Eingangsbereich über jede Menge Koffer und Taschen – und stehende Menschen. Neben den üblichen Pendlern, die den Zug ab Gelnhausen schon selbst vollkriegen, wimmelt es hier von Fernreisenden.

Die sind total genervt und aufgeregt, viele von ihnen sind auf dem Weg zum Flughafen. Ein Geschäftsreisender ist gerade am Telefon und bucht um. Ein älterer Herr läuft auf einem kleinen freien Stück Gang hin und her wie ein eingesperrter Tiger. Bei jedem Halt wird er nervöser. „Am liebsten würde ich den Zug anschieben. Warum halten wir jetzt so lange hier? Wir müssen unbedingt diese S-Bahn um kurz vor 10 Uhr bekommen, sonst ist der Flieger weg. Da fährt man extra Zug, um nicht im Stau zu stehen …“

Der Bahnhof in Flieden

Natürlich konnte keiner mit dem liegengebliebenen Güterzug zwischen Flieden und Schlüchtern rechnen. Der ICE (mit Halt Frankfurt Flughafen Fernbahnhof) direkt dahinter musste erst wieder ein Stück zurücksetzen, und hat dann seine Passagiere in Flieden am Bahnhof ausgesetzt. Da standen sie wohl eine knappe Stunde, bis der RE 50 sie von dort aufgegabelt hat. Während die Pendler am Ende mit 53 Minuten Verspätung in Frankfurt ankamen, hatten die ICEler mittlerweile über 2 Stunden – und mussten dann ja auch noch vom Hauptbahnhof an den Flughafen gelangen. Eine etwas seltsam anmutende Dispositionsentscheidung, denn wo ein RE und ein RB langfahren können, hätte auch ein ICE seinen Weg, mit viel weniger Unterbrechungen und damit wohl auch viel schneller, gefunden.

Bild: Bahnhof Flieden von Johannes Müller (CC BY-SA 3.0)

Transportabenteuer

Auf den RMV war verlass, bei unserer letzten Reise. Das war aber auch schon alles; ansonsten hat uns die Verkehrsinfrastruktur allenthalben im Stich gelassen.

Es ging mit dem RE 50 nach Frankfurt und von dort mit der S-Bahn zum Flughafen. Dort angekommen, wurden wir am Gate von einer gestressten einzelnen Dame eingecheckt, die einem Praktikanten noch zurief: „Ich weiß nicht, was sie von mir will, ich kann aber jetzt nicht hier weg.“

Als wir mit dem Bus am Flugzeug angelangt waren, wurde klar, was „sie“ wohl wollte. Die ersten Fluggäste waren schon eingestiegen, als dem Boardpersonal auffiel, dass wir die falschen Passagiere waren. Also ab zurück in den Bus. Der drehte noch eine Runde, während unser Flieger neben dem anderen einparkte. Wir warteten noch auf das Aussteigen und ein überhastetes Klar-Schiff-Machen, dann ging es in die Maschine.

Die landete in London Stansted – und zwar so hart, dass der Pilot sich dafür extra entschuldigt hat. Ich kann es ihm auch nicht verübeln, denn man kann schon etwas abgelenkt sein, wenn es auf der Landebahn direkt neben unserer lichterloh brennt. Da stand ein Flugzeug und mehrere Fahrzeuge, aber ich konnte so schnell nicht erkennen, was da genau brannte. War wohl nicht so tragisch, vielleicht sogar nur eine Übung, es gab auf jeden Fall keinen Bericht darüber. Trotzdem war ich froh, gut angekommen zu sein.

Der Rückflug hatte eingangs 40 Minuten Verspätung, weil besonders viel los war, im Luftraum über London. Macht ja nix, wir haben hinten raus noch Puffer bis zum letzten Zug aus Frankfurt, dachten wir noch. Aber das Rückflug-Abenteuer hatte noch gar nicht richtig angefangen.

In Stansted (und auch in Heathrow) wird das Gate immer erst ganz kurz vor Boarding angezeigt. Eigentlich kein Problem, es sei denn, der Shuttle-Zug zum Gate funktioniert nicht. Die Passagiere von drei Flugzeugen, für die zeitgleich das Gate bekannt gegeben wurde, trafen sich vor dem Zug, der einfach die Türen nicht aufmachte. Dann eine erste, völlig unverständliche Durchsage von einem britischen Flughafenmitarbeiter. Da sich die Tür weiterhin nicht öffnete, schloss ich rückwirkend: „Ich glaube er hat sowas wie ‚inoperational‘ gemurmelt.“

Ein paar Minuten später dann eine verständliche Durchsage einer Flughafenmitarbeiterin mit Migrationshintergrund: technischer Defekt am Zug. Wir sollen bitte auf Anweisungen vom Personal warten. Statt die Durchsage einfach noch mal zu wiederholen, durften die Nicht-Bestöpselten den ganzen Leuten mit Knopf im Ohr noch mal erklären was los war. Ganz zu schweigen von den Leuten, die nicht so gut Englisch sprechen. Wir informierten einige deutsche Passagiere, unsere Nachbarin übersetzte ins Spanische. Da könnten sich die Briten ausnahmsweise beim Service mal etwas von den Deutschen abschauen: In Frankfurt gibt es alle Durchsagen in drei Sprachen – deutsch, englisch und in der Landessprache des Reiseziels.

Naja, egal. Dann gab es wieder schlechten Service für alle, als zwei Damen in Warnwesten kamen und den Passagieren im direkten Umkreis sagten, sie könnten zum Gate laufen, das wäre gar kein Problem. Bis sich diese Stille-Post-Nachricht verbreitet hatte, dauerte es eine ganze Weile, dann kam die Masse in Bewegung, wurde aber vorne durch irgendein Hindernis aufgehalten. Wir fanden uns direkt neben einem weiteren Mitarbeiter wieder, der für Ordnung beim Einsteigen in den Zug sorgt. Der bekam gerade eine Nachricht über Walkie-Talkie, und sagte uns, dass der Zug gleich wieder einsatzfähig wäre, wir sollten am besten hier warten. Kurz darauf ging auch die Tür auf und der Zug fuhr los. Eine weitere Durchsage gab es keine. Mit Verzögerung sind auf jeden Fall irgendwann alle irgendwie am Gate angelangt.

Flughafen Frankfurt

In Frankfurt gelandet, stiegen wir in den dritten und letzten Bus für den Transfer zum Flughafen. Eigentlich sind nur zwei Busse üblich, aber so hatten wir immerhin ganz gut Platz. Am Terminal angelangt, warteten wir, dass erst der erste, dann der zweite Bus seine Ladung auslud und fuhren dann vor. Als die ersten Leute gerade die Rolltreppe bestiegen hatten, wurde diese abgeschaltet. Man hat wohl nicht mit einem dritten Bus gerechnet … Für uns war das nicht wirklich ein Problem, aber die Leute mit dem Kinderwagen und einige Passagiere mit schwererem Gepäck hatten ihren Spaß beim Erklimmen der beiden steilen und langen Rolltreppen. Beim Feierabend in Frankfurt hört der Service dann auf.

Glück hatten wir dann wieder mit dem RMV. Die S-Bahn am Regionalbahnhof fuhr eine Minute nach unserem Einstieg ab, so haben wir den letzten Zug nach Hause noch problemlos bekommen. Bei der nächsten S-Bahn wäre es knapp geworden.

Morgen geht es mit dem allerersten RE 50, der um 04:01 Uhr in Fulda startet, wieder auf den Weg zum Flughafen. Drückt uns die Daumen, dass die Reise diesmal nicht ganz so abenteuerlich wird!

 

Ein bisschen maso muss man schon sein

… wenn man Concierge in einem Nobelhotel werden will. Jedenfalls bekommt man den Eindruck, wenn man Der Concierge: Vom Glück, für andere da zu sein (meine Ausgabe: Bastei Lübbe, 2015) von Jürgen Carl liest. Der arbeitete seit 1966 im Frankfurter Hof und hat dementsprechend natürlich jede Menge wunderbare, aber auch unmögliche Menschen erlebt. Die Engelsgeduld, mit der er manch einem Exemplar dabei begegnet ist mehr als bemerkenswert – und ging einige Male über das Maß hinaus, das ein solcher Dienstleister zu erdulden verpflichtet ist. Aber hier hat ein Mensch nicht nur seinen Beruf, sondern seine Berufung gefunden. Deshalb ging er auch erst 2014, mit 75 Jahren, in den Ruhestand. Obwohl ich im Frankfurter Hof ein und ausgehe, habe ich ihn nie getroffen. Denn ich benutze den Seiteneingang, über den man direkt zu den Konferenzräumen gelangt. Wer sich für eine Zeitreise und einen Blick auf die Arbeit hinter den Kulissen in einem Grandhotel interessiert, dem sei dieses kleine Buch wärmstens ans Herz gelegt.