Irgendeine Störung

Hatte mir diese Woche den besten Tag zum Pendeln mit der Kinzigtalbahn nach Frankfurt ausgesucht. Am Dienstagmorgen gab es ‚irgendeine Störung‘, so drücke ich das jetzt mal aus. Von der Bahn gab es mehrere interessante Erklärungen zu den Verspätungen.

Ich bin früh da diesmal – und der Bahnsteig steht (schon? – nein, natürlich immer noch!) voll. Die RB hat 15 Minuten Verspätung wegen einer technischen Störung auf der Strecke. Das klingt nicht so toll. Aber wenn ich jetzt gleich in die RB steige, dann bin ich mindestens genauso schnell in Frankfurt, als wie wenn ich auf den RE warte, der ja möglicherweise auch später fährt wegen der Störung. So der erste Gedankengang – der völlig müßig war, da die RB erst mal nicht kam.

Endlich eine Durchsage: Die RB hat 25-30 Minuten Verspätung, wegen einer Weichenstörung, übrigens. Ok, dann kommt sie also nach dem RE, also eventuell jedenfalls. So der zweite, jetzt schon etwas vorsichtiger formulierte Gedankengang. Es fährt aber weder der RE noch die RB zur angedachten Zeit ein.

Dann endlich die nächste Durchsage: Der RE hat 10 Minuten Verspätung. Also fahren jetzt beide gleichzeitig ein … Wer wohl das Rennen macht? Die Spannung steigt.

Währenddessen auf Gleis 2: Alle fünf Minuten warnt uns die automatische Anzeige: „Achtung, ein Zug fährt durch.“ 30 Minuten lang tut sich auf Gleis 2 gar nichts. Dann fährt aus Richtung Frankfurt ein IC ein und hält außerplanmäßig. Nach fünf Minuten Halt setzt er plötzlich zurück, um dann fünf Minuten später wieder Richtung Fulda an uns vorbeizurauschen – diesmal ohne Vorwarnung, dass ein Zug durchfährt.

Zurück auf Gleis 1: Die RB hat Einfahrt. Und kurz darauf auch der RE, juchuh! Im Zug erfahren wir, dass wir 15 Minuten Verspätung wegen einer ‚witterungsbedingten Störung‘ haben (es hatte tatsächlich viel geregnet). Der gleiche Schaffner sagt uns dann kurz vor Frankfurt, dass wir wegen ‚diverser technischer Störungen‘ nun 30 Minuten zu spät sind. Irgendeine Störung halt. Ist schon ok. Wenn da nur nicht die Sache mit den leicht verzerrten Verspätungsangaben und verzögerten Durchsagen wäre … 😉

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So sollte die perfekte Weiche aussehen.

Bild: Schematische Darstellung einer Weiche von Sansculotte (CC BY-SA 2.5)

Wo bin ich hier gelandet?

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Verlauf der Kinzigtalbahn

Jeden Tag fährt der RE 50, die Kinzigtalbahn, von Fulda nach Frankfurt und zurück, stets darum bemüht die kleinen Lücken zwischen den ganzen Fernzügen optimal auszunutzen. Und drin sitze ich, manchmal. Lesend, meistens. Oft wundere ich mich dabei über die Organisation meines Shuttle Services, oder die Menschen die da so mit mir reisen. Genau um diese Dinge soll es in diesem Blog gehen.

Pendeln – Lesen – Wundern

Euch erwarten unglaubliche, lustige, alltägliche Zugeschichten. Oder die Dinge, die einem so beim Autofahren vom und zum Bahnhof widerfahren (wider und fahren drücken es eigentlich schon sehr gut aus). Ich sammle interessante Zugdurchsagen. Ich schreibe über meine aktuelle Lektüre, und darüber was die Mensch um mich herum so lesen. Und ich wundere mich, über Die Bahn, Mitreisende, das Leben im Allgemeinen und was mir sonst noch so ins Hirn regnet. Und ihr seid herzlich willkommen mitzulesen.

Warum tue ich das? Hauptsächlich um die deutsche Sprache nicht zu verlernen. Ernsthaft. Ich schreibe schon seit einigen Jahren für eine englischsprachige Fachzeitschrift und merke zunehmends, wie ich mich in meiner eigenen Muttersprache nicht mehr vernünftig ausdrücken kann. Stellt Euch also auf ein bisschen Holter-die-Polter-Deutsch ein und den ein oder anderen zweisprachigen Beitrag.

Through the Wild Kinzig Valley

For all those who are wondering where they’ve just landed.

Every day, the RE 50 train, called the Kinzigtalbahn, travels from Fulda to Frankfurt and back, always trying to find the small gaps between all the high-speed trains on the line. And I’m sitting inside one, sometimes. Reading, mostly. Often wondering about the organisation of my shuttle service, or the people who are travelling with me. That is what this blog is about.

Commuting – Reading – Wondering (actually has a better ring to it in German)

You can expect incredible, funny, everyday train stories. Or things that happen while driving to and from the train station. I collect interesting announcements on the train. I write about what I am currently reading, and what the people around me hide their faces behind. I wonder, about the German Railway DB, fellow travellers, life in general and whatever else pops into my brain. And you are heartily invited to read along.

Why am I doing this? Mainly not to forget the German language. Seriously. I have been writing for an English magazine for several years now and began to realise that I cannot express myself properly in my native tongue anymore. But I promise to include some bilingual articles.

Bild/Picture: Karte Kinzigtalbahn von $traight-$hoota (CC BY-SA 3.0)