Aus dem Land der Geschichtenerzähler

Zuhause von Kristof Magnusson

Zuhause von Kristof Magnusson

Das literarischste Volk der Erde lebt auf Island – und über dieses Zuhause schreibt Kristof Magnusson in seinem gleichnamigen Debütroman.

Larus, der in Hamburg wohnt, fährt zu Weihnachten in die alte Heimat, aber an schöne Weihnachtsstimmung ist nicht zu denken. Denn kurz vor der Abreise hat sein Freund mit ihm Schluss gemacht. Dann erklärt ihn das isländische Einwohnermeldeamt für tot, er verkracht sich mit der besten Freundin, ein neuer Verehrer begeht Selbstmord und ein Familiengeheimnis gibt Rätsel auf.

All das wunderschön humorig verpackt, auf der skurrilsten aller Inseln, über deren Gepflogenheiten ich mich in der Vorbereitungslektüre schon mal schlau gemacht habe. Nach Das war ich nicht, wird auch Zuhause nicht mein letzter Magnusson gewesen sein.

 

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Vorbereitungslektüre

islandIn Vorbereitung auf Kristof Magnussons Debütroman Zuhause, habe ich mir erst mal die Gebrauchsanweisung für Island (meine Ausgabe: Piper, 2015) vom gleichen Autor zu Gemüte geführt. Wer schon immer mal etwas über das jüngste Land der Erde mit einer der ältesten Demokratien der Welt erfahren wollte – egal ob als Reisevorbereitung oder einfach nur aus Neugier auf das literarische Völkchen – dem sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt. Magnusson erzählt humorvoll von Geschichte und Geschichten, dem Ringen mit der Natur, der Bankenkrise, dem Großstadtleben, Schwimmbädern (ganz wichtig!) und vielem mehr. Fernweh garantiert.

Trio infernale: Autor, Investmentbanker, Übersetzerin

Das war ich nicht von Kristof MagnussonDer Autor findet den Investmentbanker süß. Der verguckt sich in die Übersetzerin, die wiederum was vom Autor will. Sein neues Buch, um genau zu sein, damit sie wieder Arbeit hat. Soweit die Grundkonstellation in Kristof Magnussons Das war ich nicht, 2011 als Taschenbuch bei Goldmann erschienen.

Was dann mit den dreien geschieht ist ganz großes Kino: Nabelschau, Schreibblockade, Aussteigertum, Finanzcrash und am Ende das Bekenntnis, dass sie es doch waren. Großartig und humorvoll beschrieben von Magnusson, dem ich bei einer Lesung aus dem Roman lauschen durfte, lange vor ich mich selbst endlich an die Lektüre gemacht habe.

Eine meiner Lieblingsstellen ist die pointierte Zusammenfassung, die die Übersetzerin von ihrer Beziehung mit einem Maler gibt:

Seit einigen Jahren malte Arthur nur noch monochrom.

S. 19, Magnusson, Kristof. Das war ich nicht. München: Goldmann, 2011