Lake District XVI: Great Langdale

Das Langdale Tal hinauf / Up Langdale

Nach meiner Runde um den Loughrigg Tarn, bin ich das wunderschöne Great Langdale Tal hinaufgewandert. Auf dem ersten Teil der Strecke, ein Abschnitt des Cumbria Way Fahrrad- und Wanderwegs, war ganz schön viel los. Der Weg zwischen Skelwith Bridge und Elterwater folgt dem Brathay Fluss das Tal hinauf. Gleich am Anfang kann man über Treppen auf Felsen mitten in den Fluss hinab steigen und von dort den kleinen Skelwith Force Wasserfall bestaunen.

An einem ruhigeren Abschnitt des Flusses treffe ich ein älteres Ehepaar. Der Mann stößt einen Seufzer aus, dreht sich zu mir um und schwärmt: „Ach, ist das nicht herrlich hier?“ Ich frage ihn, woher er kommt – und denke irgendwie, dass der arme Mann vielleicht aus einer alten Industriestadt wie Sheffield kommt, und jetzt von Lake District total überwältigt ist. „Wir wohnen im Borrowdale Tal.“ Also, sozusagen nebenan. Aber da habt ihr doch auch eine tolle Landschaft! „Naja, nicht so schön wie hier.“ Wahrscheinlich ist es ‚woanders‘ einfach immer schöner.

In Elterwater mache ich bei einem heißen Tee Rast und schreibe ein paar Postkarten. Danach geht es links vom Fluss hinauf, an Schieferhalden vorbei und über Teile des Betriebsgeländes des Burlington Steinbruchs, auf einen Waldweg an der Nordseite des Lingmoor Fells. Ab und zu öffnet sich der Blick hinunter ins Tal, bevor es dann langsam wieder hinuntergeht. An der vom National Trust betriebenen Sticklebarn treffe ich wieder auf meine Reisegefährten, die heute die Langdale Pikes oberhalb vom Stickle Tarn abgeklappert haben. Dort gibt es leckeres Essen für hungrige Wanderer.

Lake District XVI: Great Langdale

Achtung, gefährliches Schaf! / Beware of the sheep!

After my walk around Loughrigg Tarn, I went up the beautiful Great Landale. The first stretch of the path, which is part of the Cumbria Way for hikers and bikers, was very busy. Between Skelwith Bridge and Elterwater, it follows the River Brathay up the valley. Right at the beginning, you can climb down some iron steps onto rocks in the water to have a closer look at Skelwith Force.

On a quieter stretch of the road I meet an elderly couple. The man sighs heavily, turns around and waxes lyrical about the landscape: “Isn’t it beautiful here?“ I ask him where he comes from – somehow thinking that he could be from an old industrial town such as Sheffield, and is now totally overwhelmed by the Lake District. “We live in Borrowdale.“ Which is right next door. But you’ve got such a wonderful landscape there as well! „Well, not as nice as here.“ I guess the grass is always greener on the other side.

I take a break and a tea in Elterwater and write a few postcards. After that, the way leaves the river and goes up the left side of the valley, past mine tips and partly over the Burlington slate quarry, to become a forest road on the norther slope of Lingmoor Fell. You get the occasional glance of the valley below before the path starts to descend again. I meet up with my travel companions, who ticked off the Langdale Pikes above Stickle Tarn today, at the National Trust’s Sticklebarn, which offers excellent food for hungry hikers.

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Lake District XV: Spaziergang durch Ambleside

Bridge House über/on top of Stock Beck

Bei einem Spaziergang durch Ambleside im letzten Jahr, haben wir Bridge House – eines der kleinsten Museen der Welt – besichtigt, ein Suppenschaf gesichtet und am Ufer von Lake Windermere ein eisernes Eichhörnchen entdeckt.

Lake District XV: Stroll through Ambleside

Eisernes Eichhörnchen / Iron squirrel

During a stroll through Ambleside last year, we visited Bridge House – one of the smalles museums in the world – spotted a soup sheep and an iron squirrel on the shores of Lake Windermere.

Lake District Live II: Shap Abbey & Keld

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Das ‚falsche‘ Keld / The ‚wrong‘ Keld

Heute Morgen waren wir im falschen Keld. Aber im Prinzip ist man im Lake District nie am falschen Ort. In unserem Keld gab es eine schöne kleine Kapelle, die fast einem lokalen Lord zum Opfer gefallen wäre. Der wollte sie abreißen, damit man mit der Kutsche besser durch den Ort brettern kann. Um sein Ziel zu erreichen hat er einfach behauptet, dass es sich bei dem Gebäude gar nicht um eine Kapelle, sondern um eine Scheune handelt. Dafür hat er sogar einen zwielichtigen Zeugen aufgetrieben … Zum Glück war der National Trust nicht überzeugt.

Neben einer kleinen Runde um das Dorf, haben wir noch einen Abstecher zur Shap Abbey gemacht. Ein wunderbar abgeschiedener Ort, der von Prämonstratenser Mönchen geführt wurde. Außerdem gibt es ein verlassenes Haus in der Nähe.

Wir haben heute noch einige andere Dinge gesehen, aber ich halte noch ein paar Geschichten und Bilder zurück, um uns über Lake District-lose Zeiten zu bekommen.

Lake District Live II: Shap Abbey & Keld

Post aus Keld / Mail from Keld

Post aus Keld / Mail from Keld

This morning we found ourselves in the wrong Keld. Though you can never be at the wrong place in the Lake District, really. In our Keld, we found a wonderful little chapel, which almost fell victim to a local Lord. He wanted to demolish the building in order to be able to better speed through the village with his carriage. To reach his goal, he insisted that the pile was not a chapel at all but just a barn. He even found a witness to give false testimony … Fortunately, the National Trust was not convinced.

Apart from a short round of the village, we also visited nearby Shap Abbey. A wonderfully remote place, where Premonstratensian monks used to live and worship. There is also an abandoned house on the site.

We did more today but I‘ll keep some stories and pictures for a later date to get you and myself through Lake District-less times.

Atomwaffentests an Englands Südostküste

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Ja, die gab es, auf Orford Ness, einer Kiesnehrung an der Küste von Suffolk. Getestet wurde hier vor allem die Zündvorrichtung und Flugbahn der britischen Atombomben. Das mit der atomaren Sprengwirkung hat man lieber etwas weiter entfernt von zu Hause ausprobiert.

??????????Die Insel gehört mittlerweile dem National Trust und hat sich zum einen zum Paradies für diverse Vogelarten und zum anderem zum Mekka für Ornithologen und Geschichtsbegeisterte entwickelt. Die Vögel bleiben weitestgehend ungestört, da die Ausflügler – die nur mit einem kleinen Boot übersetzen und abends alle abgezählt wieder ans Festland gebracht werden – wegen der immer noch mit möglicherweise scharfen Bomben kontaminierten Böden die Wege auf keinen Fall verlassen dürfen.

??????????Die karge Kieslandschaft, mit Bombenkratern übersäht, wird hier und da von Beobachtungstürmen, Labors und Barracken unterbrochen. Alles halb verfallen, fühlt man sich hier schnell in der Postapokalypse. Ein total beklemmender und doch faszinierender Ort, etwas abseits vom üblichen Touristenprogramm.

3-596-13655-5.256867Kurz bevor ich die Reise antrat, hat mir ein guter Freund W.G. Sebalds Die Ringe des Saturn als Lektüre ans Herz gelegt. Denn der Autor berichtet darin von einer Reise durch Suffolk, inklusive einem Ausflug nach Orford Ness. Dabei schweift er allerdings oft ganz herrlich weit ab, zum Beispiel zu Joseph Conrad (damals im Studium gelesen) oder ins Mauritshus in Den Haag, das ich auch schon mal besucht habe. Nicht nur als Reiselektüre zu empfehlen.

 

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