Die Alternative in der Alternative

Philip K. Dicks The Man in the High Castle (übersetzt als: Das Orakel vom Berge, meine Ausgabe: Penguin, 2001) hat alles was ein alternativer historischer Roman braucht – inklusive eines beliebten alternativen historischen Romans. In der Alternativwelt haben die Nazis den 2. Weltkrieg gewonnen und die USA in einen von Deutschland im Osten und einen von den japanischen Alliierten besetzten Teil in Westen, mit den Rocky Mountains als Pufferzone in der Mitte, aufgeteilt. Im Alternativroman The Grasshopper Lies Heavy (Schwer liegt die Heuschrecke) haben die Nazis den Krieg verloren. Die Alternativversion der Alternativversion hat nichts mit unserer Geschichte zu tun, aber zeigt uns, wie nur kleine Veränderungen die Geschehnisse beeinflussen hätten können. Dabei Dick zeichnet ein faszinierendes Bild der unterschiedlichen Gesellschaftsschichten in der Alternativwelt. Ich habe die Serie (noch) nicht gesehen, aber das Buch kann ich allen Fans von alternativen Geschichtsszenarien und Dystopien wärmstens empfehlen.

Alternative inside the alternative

Philip K. Dick’s The Man in the High Castle (my edition: Penguin, 2001) has everything an alternative history novel needs – including a widely popular alternative history novel. In the alternative world, the Nazis won World War II and divided the US into an eastern part occupied by the Germans and a western one occupied by their Japanese allies, with the Rocky Mountains serving as a buffer zone. In the alternative novel The Grasshopper Lies Heavy, the Nazis have lost the war. The alternative version inside the alternative version is not our history, but it shows what other possible outcomes the war could have had. Meanwhile, Dick paints a fascinating picture of the world across the social stratum. I have not (yet) watched the series, but the book comes highly recommended to all fans of alternative historic novels and dystopias.

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Die seltsame Welt von Delmark-O

15 Jahre nach meinem letzten Besuch bin ich zurückgekehrt, in den Buchladen in Saltaire. Der ist wunderbar klein, mit einem eklektischem Angebot aus gebrauchten und neuen Büchern. Beim letzten Besuch habe ich den Herrn der Ringe, in einer Ausgabe gebunden in rotem Lederimitat und gedruckt auf Bibelpapier, für eine neue Freundin gekauft, die ihn doch tatsächlich noch nicht kannte.

Diesmal habe ich nur für mich eingekauft und beschloss, mich mit klassischer Science Fiction einzudecken – von der es jede Menge Auswahl gab. Jedenfalls von einem Autor: Philip K. Dick. Vielleicht ist der Besitzer ein Fan.

pkd-amodDas erste der beiden Dick Werke, die ich gekauft habe war A Maze of Death, ursprünglich erschienen 1970 (meine ist die Gollancz SF Masterworks Neuausgabe von 2005). Die Geschichte beginnt mit ein paar Individuen, die den Befehl bekommen, einen Planeten neu zu besiedeln, nämlich Delmark-O. Die Gruppe von Eigenbrötlern findet schnell heraus, dass auf dem Planeten nicht alles mit rechten Dingen zugeht, und einer nach dem anderen wird auf mysteriöse Weise umgebracht. Die Auflösung des Buchs, das nur scheinbar ein Krimi im Weltall ist, ist eine furchtbare wie bewegende Enthüllung über die unermessliche Weite des Alls und die Dunkelheit, die sie im menschlichen Wesen hervorzubringen vermag.

The strange world of Delmark-O

So I returned to the Saltaire Bookshop some 15 years after my last visit. It’s a wonderful small affair, with an eclectic mixture of antiques and new books on offer. Last time I visited, I bought The Lord of the Rings, bound in red imitation leather printed on Bible paper, for a new friend who had never read it before.

This time, I was buying all for myself and decided to stock up on some classic sci-fi – of which there was a lot to be found. Well, at least from one author: Philip K. Dick. Maybe the proprietor is a fan.

The first of the two Dick books bought was A Maze of Death, first published in 1970 (my edition was Gollancz’s SF Masterworks re-issue, 2005). The story starts with a number of individuals ordered to start settlement of a planet called Delmark-O. The group of misfits soon discovers strange things happening, and one by one, they are mysteriously killed off. The solution to what only appears to be a whodunit in space is a horrifying, gut-wrenching discovery on the vastness of space and the darkness it can bring out in human nature.

In der Hitze von Oxford

…habe ich im Sommer einen brandneuen Buchladen entdeckt. Auf dem Weg zu einem Treffen mit einem Dutzend Internetbekanntschaften, von denen ich vorher noch keinen persönlich getroffen hatte, lag er da plötzlich linker Hand, auf der Walton Street. Die Regale waren noch nicht überall fertig eingeräumt, es standen noch jede Menge Kisten herum. Und zu diesem chaotischen Beginn, gab es erst mal zwei Bücher für £5,00.

isbn9781473206717-detailPhilip K. Dicks A Scanner Darkly, 1999 in der SF Masterworks-Reihe von Gollancz neu aufgelegt, ist mir gleich ins Auge gesprungen. Wegen „Blade Runner“, natürlich. Im ‚dunklen Schirm‘ (so der deutsche Titel) geht es um Überwachungsstaat und Drogenprobleme in einer amerikanischen Zukunftsvision. Klingt als Thema ganz aktuell, aber die Form der Überwachung, die sich Dick 1977 ausgedacht hat, wirkt heute doch etwas überaltert. Dafür hat die Degeneration des Ich-Erzählers nichts von ihrer Wirkung verloren.

Buch Nummer eins war also schnell ausgesucht; die Auswahl des Zweiten hat dann ein bisschen mehr Zeit in Anspruch genommen. Dazu später mehr. Zu meinem Treffen kam ich dann ein paar Minuten zu spät. Aber Bücher sind unter Tolkien-Fans – wer hätte es anders sein können – eine problemlos akzeptierte Entschuldigung.

In the heat of Oxford

…I found a brand new bookstore this summer. On my way to a meeting with a dozen people I only knew through the Internet and had never seen in real life before, it suddenly lay there on the left-hand side on Walton Street. The shelves had not been fully stacked yet, a lot of boxes were standing around. And in this chaotic beginning, two books were sold for £5.00.

I chose Philip K. Dick’s A Scanner Darkly, reissued in the SF Masterworks series by Gollancz in 1999, pretty quickly, mainly due to “Blade Runner”, of course. The novel deals with surveillance by the state and large-scale drug problems in a future vision of the US. The themes sound pretty topical but the form of surveillance Dick envisioned in 1977 seems a bit outdated today. The degeneration of the first person narrator, however, hasn’t lost any of its poignancy.

Book number one was thus quickly chosen; number two took a little more time. More on that one later. I was a little late for my meeting, by the way. But books are always a well-received apology among Tolkien fans – who else could they have been?

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Das Ashmolean hatte die passende Kleidung zu den Außentemperaturen / The Ashmolean displayed the right outfit for the temperatures