32 Seiten Einblick in ein verschrobenes Autorenhirn

English (original) version below

9781780885421Es gab bisher erst drei Bücher die ich, einmal angefangen, vor deren Beendigung zur Seite gelegt habe. Ich bin da eigentlich recht leidensfähig (The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman…). Unter den drei gescheiterten befindet sich nun auch Steve Ponty’s Middle-earth in Magic Mirror Maps, erschienen 2014 bei Matador im Selbstverlag. Das zweite und dritte ‚Heil Hitler‘ waren einfach zu viel. Wäre das Buch so weitergegangen wie es angefangen hat, ohne die vielen Heile, hätte ich vielleicht noch ein paar Seiten mehr durchgehalten. So habe ich die Unternehmung auf S. 32 aufgegeben.

Dabei wollte der Autor doch eigentlich nur erklären, dass das walisische haul ausgesprochen wird wie das deutsche heil („as in Hitler“, S. 32). Ich habe das nach dem ersten Mal gleich verstanden. Ponty schreibt dann aber … in seiner unverwechselbaren Art … mit vielen … Auslassungszeichen … weiter:

… Haul your backpack upwards the sun (Haul) in a Third Reich (Sieg Heil!) … in exactly the same pattern as Smaug to Smeig … (nothing ‘hail’ is off to another trail altogether) … and do listen out for Frodo and Sam as they haul themselves up the mountains of The Third Reich in Germany, for we are to climb the Emyn Muil way, way, up ahead in Volume III of our Quest in the Rings, for The Taming of …

Smeagol: … we knows where, yess, yess, we knows where to climb … the Erz Gebirge of the Ore Moutains … Germanys, My Luv …
[ebd.]

Ich höre die Frage im Raum stehen, ob das ganze klarer wird, wenn man die vorhergegangenen 31 Seiten gelesen hat. Äh, nein.

Ponty möchte mit seinem Buch beweisen, dass Tolkien die Karte von Wales einfach auf den Kopf gestellt und mit dieser Vorlage die Karte von Mittelerde erschaffen hat. Das jedenfalls steht auf dem Klappentext. Aus den ersten 32 Seiten des Buches kann man dies nur bedingt herauslesen. Denn Ponty schreibt offensichtlich in allerbester stream-of-consciousness Manier. Was bei einem fiktiven Werk spannend sein kann. Bei einem Sachbuch – jedenfalls suggeriert der Verlag diese Klassifizierung – wäre es für den Leser allerdings ganz hilfreich, wenn man der Argumentation des Autors folgen könnte.

Ich zerpflücke ja eigentlich ganz gerne schlechte Texte, aber vor diesem Berg im Erzgebirge, pardon, in Wales natürlich, musste ich schlicht und einfach kapitulieren. In einer kleinen Hommage an Ponty präsentiere ich hier einfach mal ungefiltert meine Aufzeichnungen zu den ersten Seiten:

Startet mit „Legal Mumbo Jumbo“ … warum erklärt er überhaupt, dass man Zitate tatsächlich verwenden darf? … inkonsistente Groß- und Kleinschreibung … unverständlich, rätselhafte Formulierungen, Blabla … stellt seine Kartenvermutung als definitiv dar, keine reine Theorie … will nichts mit Akademikern zu tun haben, sie unterminieren … gibt zu, dass er nicht richtig zitieren kann; nennt solche Dinge idiotsyncracies … beruft sich darauf etwas lustiges schreiben zu wollen … mein persönlicher Humor nicht getroffen … Geschwafel, Wiederholung, kommt nicht zum Punkt … Heil Hitler??? Ach, scheiß doch drauf!

Man hat das Gefühl, man hangelt sich an den verschrobenen Gedankengängen des Autors entlang, die am Ende aber nur er selbst verstehen oder lustig finden kann. Es könnte sich bei der ganzen Sache tatsächlich um Satire oder eine Parodie der Tolkienforschung handeln, aber wenn dem so ist, versteht das der Leser anhand der gegebenen Signale nicht, egal ob mit oder ohne akademischem Hintergrund.

Fazit: Nur was für Kuriositätensammler. Ansonsten: Finger weg!

32-page insight into an author’s quirky brain

So far, there have only been three books in my life that once I started reading I could not finish. I can be a masochist, if needs be (The Life and Opinions of Tristram Shandy, Gentleman, anyone?). Among those three is Steve Ponty’s Middle-earth in Magic Mirror Maps now, self-published last year with Matador. The second and third ‘Heil Hitler’ were simply too much to bear. Had the book continued as it had started, without all the Heils, I may have lasted a few more pages. As it was, I threw it across the table on p. 32.

And all the author wanted to achieve was to explain that Welsh haul is pronounced like the German heil (“as in Hitler,” p. 32). I got it the first time, thanks very much. But Ponty continues … in his distinctive way … with a lot of … ellipses:

… Haul your backpack upwards the sun (Haul) in a Third Reich (Sieg Heil!) … in exactly the same pattern as Smaug to Smeig … (nothing ‘hail’ is off to another trail altogether) … and do listen out for Frodo and Sam as they haul themselves up the mountains of The Third Reich in Germany, for we are to climb the Emyn Muil way, way, up ahead in Volume III of our Quest in the Rings, for The Taming of …

Smeagol: … we knows where, yess, yess, we knows where to climb … the Erz Gebirge of the Ore Moutains … Germanys, My Luv …
[ibid.]

I can hear you asking: Is this becoming any clearer if one has read the first 31 pages. Emm, no.

With this book, Ponty wants to prove that Tolkien took the map of Wales, put it on its head and used it as a template for the map of Middle-earth. At least that is what the blurb says. You can only read this between the lines on the first 32 pages. Because Ponty uses what is quite a wonderful stream-of-consciousness technique to convey his thoughts. This can be interesting in a work of fiction. For a non-fiction book – which is at least the category suggested by the publisher – it would be helpful if the reader could actually follow the author’s arguments.

I love picking bad texts to pieces but I had to capitulate in front of this mountain in the Erzgebirge, pardon, Wales. As a small homage to Ponty, I’ll present my notes, unfiltered, on the first pages:

Starts with “Legal Mumbo Jumbo” … why does he need to explain that citations can be used legitimately in the first place? … inconsistent lower and upper case … unintelligible, cryptic wording, bla-bla … presents his conclusion on the map as definitive, not just a theory … doesn’t want to have anything to do with academics, wants to undermine them … confesses he does not know how to cite properly; calls such things idiotsyncracies … claims he wants to write something humourous … hasn’t hit my funnybone … waffle, repetition, doesn’t come to the point … Heil Hitler??? Fuck that!

You get the feeling that you get a unique insight into an author’s quirky brain, which can ultimately only be understood or found funny by himself. The whole thing could actually be satire or a parody of Tolkien research but all the signs typically understood by the reader, whether he is an academic or not, are absent.

The upshot? This work is only suitable for collectors of curiosities. If you are not one of them: hands off!

Tolkien-Kompendium mit nur einem Schönheitsfehler

English (original) version below

Lee_A Companion to JRR Tolkien_v1.inddDer Companion to J.R.R. Tolkien, herausgegeben von Stuart D. Lee, ist im Mai letzen Jahres bei Wiley in der Reihe ‘Blackwell Companions to Literature and Culture’ erschienen. Er bietet eine Sammlung von Einführungsartikeln zu einschlägigen Themen in der Tolkienforschung und bringt dabei das Who-is-who der Sekundärliteraturautoren zusammen. Dabei gelingt es hervorragend, den Forschungsneuling, oder gar den alten Hasen mit Interesse an einem neuen Bereich, mit dem jeweiligen Thema kurz vertraut zu machen und mit der Bereitstellung von Quellen und weiterführender Literatur für die nächsten Schritte zu wappnen. Das Buch muss in jeder Universitätsbibliothek vorhanden sein.

Es gibt nur einen Artikel, der signifikant vom hohen Qualitätsstandard, der durch die anderen gesetzt wurde, abweicht, und das ist der über Kunst. Tolkiens eigene Kunst wird kurz erwähnt, was so auch in Ordnung ist, aber dann begnügt sich Christopher Tuthill damit, spezifische Bilder einer kleinen Auswahl von Künstlern, die auch noch alle in ähnlichem Stil malen, zu vergleichen. Ferner bleibt der Vergleich Beschreibung (von Bildern, die im Artikel abgedruckt werden), nicht Analyse. Nur einer der ausgewählten Künstler weicht leicht vom Naturalismus ab, und das ist Jef Murray, der irgendwie nicht in die Reihe der ‚offiziell erschienenen‘ Illustratoren Ted Nasmith, John Howe und Alan Lee passen will. Jemima Catlin und Pauline Baynes werden erst gar nicht erwähnt. Andere bekommen wenigstens eine Randnotiz für ihren besonderen Stil, z.B. Cor Blok oder Jay Johnstone, aber der Artikel bietet wenig Grundlage für eine tiefere Analyse. Quellenangaben sind rar und es gibt keine weiterführende Literaturliste.

Ein viel ergiebigerer Ansatz für solch einen Einführungsartikel wäre eine Übersicht mit diversen Mal- und Zeichenstilen gewesen – selbst wenn man sich aus Platzgründen nur auf die offiziellen angelsächsischen Illustratoren beschränkt hätte – und deren spezifische Annäherung an Tolkiens Werk. Einige Texte dazu gibt es bereits, z.B. über die Entwicklung von Cor Bloks Stil, für andere hätte ein kurzes Gespräch mit den Künstlern direkt spannende Einblicke gegeben. Im Artikel gibt es zum Beispiel ein Foto des Totentempels der Hatschepsut, der als Inspiration für Nasmiths Minas Tirith genannt wird. Es gibt dafür keine Quellenangabe und weitere Details fehlen. Spricht man mit dem Künstler, bekommt man weitere Informationen zu seiner Darstellung von Minas Tirith: „Die Architektur generell soll númenórische Ästhetik suggerieren, so wie ich sie mir vorstelle; mit einem Look, der das Meer und die Seefahrt andeutet, die das Königreich einst charakterisierten“, sagte mir Nasmith. „Einer der Einflüsse dabei ist die kaiserlich-ägyptische Architektur, das ist wahr. Und zwar weil Tolkien die gondorische Kultur als Echo Ägyptens bezeichnete, ebenso wie ihre Liebe zu monumentalen Tempeln und zeremoniellen Gebäuden und den Totenkult um die Könige mit seinen aufwendigen Ritualen und Symbolismen.“ Genau diese Art der Analyse fehlt im vorliegenden Text.

Ich bin nur über einen faktischen Fehler gestolpert: Eorl statt Elendil wird als Vorfahre der Könige im Norden genannt (s. S. 142), aber das ist nichts, was man nicht in der zweiten Auflage ändern könnte. In Patrick Currys ansonsten sehr gutem Artikel über die Tolkienkritik fehlt Hither Shore, die Publikation der einzig jährlich stattfindenden internationalen Tolkienkonferenz, organisiert durch die Deutsche Tolkien Gesellschaft. Im Kapitel zum Krieg (s. S. 461ff) fehlt jegliche Referenz zu John Garths bahnbrechendem Buch zum Thema: Tolkien und der Erste Weltkrieg. Allerdings ist das Jammern auf hohem Niveau.

Alle bis auf zwei der Artikel bieten genau das, was man vom Titel her erwartet: eine exzellente Einführung in das jeweilige Thema mit viel Quellenmaterial und weiterführender Literatur. Nur ein anderer Beitrag hat mich überrascht: Rachel Falconers „Earlier Fantasy Fiction: Morris, Dunsany, and Lindsay”. Statt sich auf die Gemeinsamkeiten zwischen Tolkien und früherer Fantasy-Autoren zu beschränken – wozu eins von Morris Fantasybüchern statt der Pseudohistorien in besseres Beispiel gewesen wäre – geht der Text darüber hinaus, um zu zeigen, wie vielfältig und kreativ das Genre vor dem Eintreffen des Herrn der Ringe war. Ein unerwarteter, aber wunderbar aufschlussreicher Ansatz.

Referenzkopie: Stuart D. Lee (ed.). A Companion to J.R.R. Tolkien. Chichester: Wiley, 2014.

A Tolkien Companion with just one flaw

A Companion to J.R.R. Tolkien was published as part of Wiley’s ‘Blackwell Companions to Literature and Culture’ series in May last year, edited by Stuart D. Lee. It offers a collection of introductory articles to the most pertinent topics in Tolkien studies, bringing together the Who’s Who of scholars in the field. And it does the job of setting a budding researcher, or a specialist in a different field for that matter, on a new topic perfectly, with the inclusion of reference work as well as further reading to each chapter. The book is a must-have for any university library.

There is only one article that strays markedly from the high standards set by the others, and that is the one on art. We get a short mention of Tolkien’s own art, which is fine, but then Christopher Tuthill settles for comparing specific artworks by a small number of artists, who all work in very similar styles as well. What is more, the comparison is more description (of pictures printed in the article) than analysis. Only one of the chosen artists strays slightly from naturalism, and that is Jef Murray who seems like the odd man out in a list of otherwise ‘officially’ published illustrators Ted Nasmith, John Howe and Alan Lee. Jemima Catlin and Pauline Baynes don’t even get a mention. Others are at least noted for different styles, including Cor Blok or Jay Johnstone, but the article offers hardly purchase for deeper analysis. References are few and no further reading list is provided.

A far more interesting approach to such an introductory article on the topic, would have been to put spotlight on a more diverse range of styles – even if just limited to official Anglo-Saxon illustrators for the sake of brevity – and note their specific approach to illustrating Tolkien. Some texts are already extant, e.g. on the development of Blok’s style, for others a short conversation with the artist would be insightful. The article includes, for example, a photograph of the Mortuary Temple of Hatshepsut and names it as an inspiration to Nasmith’s take on Minas Tirith. No source or further insight is given. If you actually ask the artist, you will get some further information on his depiction of Minas Tirith: “The architecture in general is meant to suggest what I think of as the Númenórean aesthetic, with a look that vaguely suggests the sea and seafaring, as the great realm once embodied,” Nasmith told me. “One influence in this scheme is ancient Egyptian imperial architecture, it’s true. This partly because Tolkien identified Gondorean culture as an echo of Egypt and its love of monumentalism in temples and ceremonial structures, as well as its veneration of the dead among the kings of its dynastic tradition amid elaborate rituals and symbolism.” This is the sort of analysis missing from this particular text.

Only stumbled over one factual mistake: Eorl is named as forebear of the kings in the North instead of Elendil (cf. p. 142), but that is nothing a second edition cannot remedy. Patrick Curry’s otherwise great overview of criticism is missing Hither Shore, the publication accompanying the only annual international Tolkien conference in the world, organised by the German Tolkien Society DTG. The chapter on “War” (cf. p. 461ff) is missing a reference to John Garth’s seminal Tolkien and the Great War. Nit-picking on a high level here, however.

All articles but two offer exactly what is expected from their title: an excellent introduction into the chosen topic with ample source and further reading material added. Only one other contribution surprised me: Rachel Falconer’s “Earlier Fantasy Fiction: Morris, Dunsany, and Lindsay”. Instead of focusing on the similarities Tolkien’s work has with earlier fantasy writers – for which one of Morris’ actual fantasy novels instead of his pseudo-histories would have been a better example – the text goes beyond that to show how manifold and creative the genre actually was before the advent of The Lord of the Rings. An unexpected but wonderfully insightful approach.

Reference copy: Stuart D. Lee (ed.). A Companion to J.R.R. Tolkien. Chichester: Wiley, 2014.

Rezension vorab erschienen auf / Review previously published on www.tolkiengesellschaft.de.

Wer ist eigentlich Amanda Palmer?

English (original) version at the bottom

Vor nicht allzu langer Zeit hatte ich noch keine Ahnung. Dann klickte ich auf den ‚Gefällt mir‘-Schalter von Neil Gaiman auf Facebook, um kurz darauf von einem Link zum fantastischen Lied „Dear Daily Mail“ überrascht zu werden. Damit hatte sie mich in der Tasche, diese Amanda Palmer. Normalerweise interessiere ich mich nicht besonders für das Leben von Leuten, die ich nicht kenne, auch dann nicht, wenn sie berühmt sind (sorry, Klatschblätter, bei mir gibt es keine Kohle abzugreifen). Wie zur Hölle ist dann das autobiographische The Art of Asking, erschienen letztes Jahr bei Hachette, bei mir gelandet?

18e58ca22578131a84429f14044fce27Ein Großteil der Antwort darauf liegt tatsächlich im Buch. Amanda Palmer, die kennt soziale Medien, und hat keine Angst davor, sie zu benutzen. Ihr Erfolg ist eigentlich leicht erklärt: das Engagement ist authentisch, keine Marketing Strategie; eine Community wächst nicht über Nacht und braucht stete Pflege. Das ist auch schon das ganze Geheimnis, warum soziale Vorhaben, wie das sagenumwobene Crowdfunding für manche Künstler prima funktioniert, für andere trotz etabliertem (Marken-)Namen, irgendwie gar nicht – und warum ich mich plötzlich für diese mir bisher unbekannte Künstlerin interessiere.

Was habe ich sonst noch so über Amanda Palmer gelernt? Naja, alles was sie teilen wollte, was eine Menge ist. Das Gute, Schlechte, Hässliche, Schöne, das Lustige wie das Traurige. Sie ist furchtlos, sowohl bei der Erkundung fremder Wohnungen als auch der eigenen inneren Befindlichkeit. Sie traut den Menschen und findet wunderbare Worte, gerne auch Schimpf-, für die Wichtigkeit der Empathie. Dabei bekommen wir einen kleinen Einblick in die Bostoner Kunstwelt, unter anderem Insider-Informationen aus dem faszinierenden Cloud Club, das Leben im Hause Palmer/Gaiman und was sich hinter der Maske des Straßenkünstlers abspielen könnte, an dem wir auf dem Weg zur Arbeit vorbeihasten. Und natürlich können wir gar nicht anders, als uns zu fragen: Was traue ich mich nicht zu fragen?

Nach einer Empfehlung von Amanda Palmer für einen aufstrebenden Blog über das Lesen, Pendeln, Wundern, zum Beispiel. Währenddessen fragt sie nach Unterstützung für ihre Kunst über Patreon.

Who’s Amanda Palmer anyway?

In the not so long ago I didn’t have a clue. Then I hit the Like-button on Neil Gaiman’s Facebook feed to soon be treated to a link to the epic “Dear Daily Mail” song, with which she had me hooked right there and then, this Amanda Palmer. I’m usually not much interested in the lives of strangers, even if they are famous (sorry, yellow press, no money coming in from this end), so how in hell did I end up with the autobiographic The Art of Asking, published last year by Hachette?

A lot of the answer to that question lies in the book, actually. Amanda Palmer, she knows social media and isn’t afraid to use them. Her success is explained easily enough: the involvement is genuine, not a marketing strategy; a community isn’t built over night and needs constant care. That is the whole secret as to why social undertakings such as crowdfunding work perfectly for some, and not so well for others, even though they may have an established b(r)and name – and why I am suddenly interested in this artist hitherto unbeknown to me.

What else did I learn about Amanda Palmer? Well, whatever she wanted to disclose, which is a lot. The good, the bad, the ugly, the beautiful, the happy, the sad. She’s dauntless in exploring strangers’ homes as well as her own inner workings. She trusts people and finds wonderful words, some swears, on the importance of empathy. Along the way, we get a glimpse of the Boston art world, including an inside view of the fascinating Cloud Club, life at the Palmers/Gaimans and what could be going on behind the mask of the street performer we hurry past on our way to work. And inevitably we find ourselves asking: What is it that I am afraid to ask?

A plug for a budding blog on commuting, reading and wondering (which sounds a lot better in German!) from Amanda Palmer, for example. Meanwhile, she asks for support for her art on Patreon.

Das nicht so essentielle Tolkien Quiz-Buch

Tolkien trivia maykayThe Essential Tolkien Trivia and Quiz Book: A Middle-earth Miscellany von William MacKay wurde 2012 von der Fall River Press veröffentlicht. Die Fragen in dem kleinen Büchlein sind in vier Kategorien unterteilt: Biographie (The Mythmaker), hauptsächlich Der Hobbit (World of Hobbits, Elves & Dwarves), hauptsächlich Die Gefährten (Frodo & Friends) und Film (Roads Go Ever Ever On). Außerdem gibt es eine Einleitung und eine kurze Bibliographie.

Der erste Eindruck ist positiv, mit einer Einleitung, die den Autor als Mann mit ‚Insiderwissen‘ vorstellt, das er direkt von Leuten wie Owen Barfield oder sollchen, die unter Tolkien studiert haben, gesammelt hat. Die Buchseiten sind ungleich geschnitten, was sehr gut zum Cover passt, das eine alte Schriftrolle, einen Drachen und mystische Artefakte zeigt. Man fühlt sich also, als ließe man sich auf ein kleines Buch-Abenteuer ein.

Die Fragen selbst reichen von leicht bis schwer, einige davon vor allem schwer zu erraten, weil die Frage zu offen gestellt wird. Die Antworten sind nicht nur in einem Wort gegeben, sondern es gibt normalerweise eine kurze Erklärung dazu, daher Miscellany (Gemisch/Sammlung). Die Fragen hangeln sich meist an der Geschichte des Hobbits oder des Herrn der Ringe entlang, zwischendurch gibt es aber auch welche zum Silmarillion oder solche, die nicht in die Zeitschiene der Geschichten passen. Im Kapitel ‚Frodo & Friends‘ folgen die Fragen zunächst eng Die Gefährten, laufen dann aber auf drei bis vier Seiten einfach aus, fast so, als habe der Autor plötzlich keine Lust mehr gehabt, Die Zwei Türme und Die Rückkehr des Königs auch noch genau durchzugehen.

Beim genaueren Lesen offenbart das Buch jedoch einige Fehler und Ungenauigkeiten, die man so nicht unbedingt von einem Autor mit solch einem Hintergrund erwartet. Ich gehe kurz auf ein paar davon ein.

  • “Was ist der Unterschied zwischen ‘dwarve’ und ‘dwarf’?” (S. 35, meine Übersetzung) Naja, eins davon gibt es nicht. MacKay konstruiert hier fälschlicherweise den Singular von Tolkiens Version des Plurals von Zwerge dwarves (eigentlich dwarfs). Es handelt sich nicht um einen Tippfehler, da das Wort mehrfach im Buch vorkommt.
  • Die begehrtesten Räume in einer Hobbithöhle am Bühl werden korrekt als die benannt, die auf den Garten schauen, hinzugefügt wird aber dann „auf der linken Seite“ (S. 44, meine Übersetzung). Aber das hängt natürlich vom Standpunkt der Person innerhalb der Höhle ab.
  • Mögliche Tippfehler: Bilbos Vater wird als Gungo (S. 72) statt als Bungo benannt; Melchar (S. 86) statt Melkor; Ennor (ibid.) statt Endor; Falastar (S. 110) statt Falastur.
  • Thingols Beiname wird als Greyhold (S. 88) statt Greycloak (Graumantel) wiedergegeben.

Die Bibliographie ist sehr kurz und eklektisch, und reicht von Shippey bis zu den Brüdern Hildebrandt. Sie sollte also entweder ausgeweitet werden oder sich rein auf die Primärwerke konzentrieren.

Der anfangs positive Eindruck wird schnell durch zu viele Fehler und Ungenauigkeiten zerstört, allerdings gibt es nichts, was sich nicht in einer zweiten Auflage beheben ließe. Diese benötigt aber auf jeden Fall mehr Fragen zu den letzten beiden Teilen des Herrn der Ringe. Wer ein paar Fragen für ein schnelles Quiz braucht, bei dem die Kategorien egal sind, ist mit diesem Buch gut bedient. Alle anderen sollten auf eine überarbeitete zweite Auflage hoffen.

Rezensionsexmplar: MacKay, William. The Essential Tolkien Trivia and Quiz Book: A Middle-earth Miscellany. New York: Fall River Press, 2012.

The not so essential Tolkien Trivia and Quiz Book

The Essential Tolkien Trivia and Quiz Book: A Middle-earth Miscellany by William MacKay was published by the Fall River Press in 2012. The questions in the booklet come subdivided into four different categories: The Mythmaker (biography), A World of Hobbits, Elves & Dwarves (mostly Hobbit), Frodo & Friends (mostly Fellowship), and Roads Go Ever Ever On (films). It also includes an introduction and brief bibliography.

The first impression is a positive one, with an introduction that sets the author apart as one with ‘inside knowledge’, gleaned directly from people such as Owen Barfield or those that studied under Tolkien. The book pages are cut irregularly, which fits with the cover illustration that depicts old scrolls, a dragon and mystic artefacts. One feels like setting out on a little bookish adventure.

The actual questions range from easy to hard, with some difficult to guess as the question is put a bit too broadly. The answers are not just given in one word but a short explanation is usually added, hence the ‘miscellany’. The questions mostly move along the storyline of The Lord of the Rings and The Hobbit, but are interspersed with a few Silmarillion questions and some that don’t fit the story timeline. In the chapter ‘Frodo & Friends’, the questions follow The Fellowship closely but then peter out on three to four pages, almost as if the author lost patience to go through the Two Towers and Return of the King as well.

Reading a bit more closely, the book reveals quite a few mistakes and inaccuracies, however, which one would not expect from an author with such credentials. I’ll go into a few of them below.

  • “What is the difference between “dwarve” and “dwarf”?” (p. 35) Well, actually, one doesn’t exist. MacKay here misconstrues the singular of Tolkien’s dwarves. It’s not a typo as it’s repeated several times in the book.
  • The most desirable rooms in a Hobbit hole in the Hill are said to be those overlooking the garden, which is correct, but then there’s an added: “on the left side” (p. 44). That surely depends entirely on where the person inside the hole is standing.
  • Possible typos: Bilbo’s father is named Gungo (p. 72) instead of Bungo; Melchar (p. 86) for Melchor; Ennor (p. 86) for Endor; Falastar (p. 110) for Falastur.
  • Thingol is called Greyhold (p. 88) instead of Greycloak.

The bibliography is very short and eclectic, ranging from Shippey to the Hildebrandts, so should either be expanded or concentrate solely on primary sources.

The initially positive impression is soon destroyed by too many faults and inaccuracies, though nothing that could not be tackled in a second edition, which definitely needs more questions on the later parts of The Lord of the Rings. If you are looking for questions for a quick quiz and are not bothered with specific categories, this is a book for you – otherwise better hope for an improved second edition.

Review copy: MacKay, William. The Essential Tolkien Trivia and Quiz Book: A Middle-earth Miscellany. New York: Fall River Press, 2012.

Rezension vorab erschienen bei / Review previously published on www.tolkiengesellschaft.de.

 

Gelesene Bücher

??????????Ich habe da was Neues eingerichtet. Eine Seite mit der Aufzählung meiner zuletzt gelesenen Bücher – die meisten lese ich übrigens in englischer Sprache. Damit die nicht ganz zum Gähnen ist, findet ihr unter den Titeln jeweils einen Link zu meinen Rezensionen oder Notizen zum Buch, wenn vorhanden. Auch ein paar ältere Schätzchen werden demnächst neue Kritiken bekommen, es lohnt sich also öfter vorbeizuschauen.

Books I read

I have set up something new. A page with a list of books I most recently read – most of which will be in English, by the way. To hopefully prevent yawning fits, you will find a link to my reviews or notes on the book, if they exist, below the titles. A few older treasures will get new criticism soon, so a regular visit is actually worthwhile.