Im fürstlichen Hirschpark

Wildwechsel gegen Ende der Wanderung

Ende Mai haben wir die Aurora in der Nähe von Unterreichenbach entdeckt. Auf einer kleinen Runde durch den ehemaligen Hirschpark der Birsteiner Linie der Ysenburger Fürsten, haben wir allerlei wunderbare Flora und Fauna entdeckt, inklusive Europas kleinster Hirschart.

Bilder von mrs.bananabrain und mir

Und plötzlich war alles still

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Blick auf den Graf-Dietrichs-Weiher in Fischborn

Heute ist alles still am Graf-Dietrichs-Weiher. Zu jeder anderen Jahreszeit schnattern hier die Enten, streiten sich die Kormorane, schreien die Haubentaucher, springen die Fische, schnaufen die Wasserbüffel, quaken die Frösche. Heute knackt nur das Eis ab und zu.

Genau wie hier im Blog.

Kondensstreifen am blauen Winterhimmel

Kondensstreifen am blauen Winterhimmel

Die Erste nach dem Lake District

20161023_145352… ist immer ein bisschen deprimierend. Ich spreche von der ersten Wanderung zurück in heimischen Gefilden. Irgendwie fällt es mir da immer schwer, die Schönheit des Vogelsbergs zu entdecken. Man soll ja Äpfel nicht mit Birnen vergleichen, aber lustig finde ich es irgendwie schon, dass die Berge hier fast genauso hoch sind, wie im Lake District. Nur ist der Abstieg ins Tal nicht so weit. Das macht das Wandern leichter, dafür die Landschaft aber einfach nicht so spektakulär.

Von Mythen und Bäumen im Vogelsberg

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Was wie ein gieriges Drachenauge ausschaut, ist ein Loch im Teufelstisch.

Vorletztes Wochenende war ich mit dem Tolkien Stammtisch Vogelsberg auf mythischen Pfaden durch den Wald unterwegs. Von Ilbeshausen-Hochwaldhausen ging es hinein in den Oberwald. Stammtischmitglied und Naturparkführerin Ulrike erzählte uns nicht nur, wie der Vogelsberg, der Teufelstisch und die Uhu-Klippen der Sage nach zu ihrem Namen kamen, sondern brachte uns auch diverse Mythen über Eiche, Linde und Esche näher. Dazu gab es natürlich Details zur Weltenesche Yggdrasil, über die man schnell zu Tolkien kam. Ich erzählte dann etwas zu Tolkiens Liebe zu Bäumen und wie die sich in seinem Leben und seinen Werken bemerkbar machte. Im Schwarzbachtal ließen wir uns von den Eindrücken und Geräuschen im Wald verzaubern und spielten menschliche Kamera. Trotz einiger Schauer ein wunderbar fantastischer Ausflug!

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Als dann noch auf dem Weg ein Blatt wie von Geisterhand geführt langsam vor uns herschwebte war klar, dass diese Tour nicht noch fantastischer werden kann.

Bilder von mrs.bananabrain und mir.

Die Zukunft des Schicksalsbergs

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Gestern haben wir uns auf einer Tour rund um den Hoherodskopf die Zukunft des Schicksalsbergs angeschaut. Mit dem Tolkien Stammtisch Vogelsberg, seit neustem auch unter dem Namen Filig’rain bekannt, ging es zum zweiten Mal auf den Höhenrundweg. Diesmal allerdings mit Naturparkführerin und Stammtischmitglied Andrea, die uns auf einer Einführungstour endlich die Grundlagen über den Vogelsberg vermittelt hat. Jetzt wissen wir genau, auf welcher Art Vulkan wir da tanzen, äh, wandern.

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Beim Abendessen im Schöttener Wirtshaus schauten wir in Karen Wynn Fonstads Atlas von Mittelerde – und da vor allem natürlich auf die Seiten zum Schicksalsberg. Die Ähnlichkeit des Kartenmaterials zum Vulkan, aber auch zu Wetterphänomenen oder Wasserscheiden war frappierend … Die Zukunft des Schicksalsbergs sieht also alles andere als düster aus.

Zwei von Dreiseentour

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Rothenbachteich

Gestern haben wir uns die Dreiseentour Freiensteinau vorgenommen. Da wir aber erst gegen 15 Uhr los konnten, haben wir sie abgekürzt und die Schleife um den Nieder-Mooser-Teich ausgelassen. Denn abends sollte noch die Grillsaison eröffnet werden.

Die Tour ist, wie alle der Extratouren im Vogelsberg, super ausgeschildert. Eingestiegen auf den Rundkurs sind wir am Rothenbachteich – eigentlich fast gleich das Highlight zu Beginn. Dann ging es auf und ab mit schönen Ausblicken auf Crainfeld, Nieder-Moos und Ober-Moos. Am Ober-Mooser-Teich, einem vom NABU betreuten Naturschutzgebiet, machten wir in der Walter-Kreß-Hütte Station und beobachteten die Wasservögel, bevor es durch den Wald zurück zum Ausgangspunkt ging.

Länge: 10km, Schwierigkeitsgrad: leicht

Die Wege des Wassers

Anfang Februar habe ich mich auf die Wege des Wassers rund um Fischborn im Vogelsberg begeben. Bei den vielen Niederschlägen hat uns das Wasser bereits vom Anfang der Wanderung am Wegesrand und teils auch mitten auf dem Weg begleitet.

Am Rastplatz Weg des Wassers in Fischborn angekommen, stellten wir fest, dass das Wasser im Winter abgeschaltet ist. Die Infotafel über den Weg des Wassers aus dem Vogelsberg nach Frankfurt hatte trotzdem einige spannende Geschichten parat. Unter anderem wurden Ende des 19. Jahrhunderts zehn Häuser in Fischborn abgerissen und die Bewohner zwangsumgesiedelt, um den Aderborn zu erbauen. An dem ging es dann auch vorbei auf dem Heimweg, auf dem wir jede Menge Spuren, menschlicher und tierischer Art, entdeckten.

“Über Märchen”, Zensur und Kindesförderung

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Stammtischmitglieder bei der Stadtführung

Beim Tolkien Stammtisch Vogelsberg im Oktober in Herbstein haben wir nicht nur einen wunderbaren Stadtrundgang gemacht, sondern uns beim Abendessen auch noch ausführlich mit Tolkiens Essay „Über Märchen“ beschäftigt.

Ich habe versucht die Hauptthesen kurz zusammenzufassen, was manchmal sicher etwas holprig klang, weil ich natürlich nur eine englische Ausgabe des Artikels („On Fairy-stories“, in: The Monsters and the Critics and Other Essays. London: HarperCollins, 1997) zur Hand hatte. Es gab einige Nachfragen zu weiteren Details, und es entwickelte sich eine spannende Diskussion.

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Die besten Märchen eignen sich für Erwachsene genauso wie für Kinder, sagt Tolkien. Das trifft sicher auch auf die Ausstellungsstücke im Herbsteiner Statt Museum zu.

Unter anderem stellten wir fest, wie sympathisch wir Tolkiens Aussage finden, dass man Kindern möglichst keine verkürzten, zensierten oder ‚kindgerechten‘ Texte vorgeben sollte, sondern dass sie durchaus auch solche lesen sollten, die sie beim ersten Lesen nicht gleich verstehen müssen. Denn Bücher sollten für Kinder wie Kleider sein: sie sollten Raum zum Wachsen bieten (s. S. 138). Daran anknüpfend fiel uns die noch relativ aktuelle Diskussion zur Veränderung von problematischen Ausdrücken in Neuauflagen von Kinderbuchklassikern – z.B. der Negerkönig in Astrid Lindgrens Pippi Langstrumpf – ein. Statt das Wort zu belassen und einen natürlich essentiellen Hinweis zur Problematik des Ausdrucks, zum Beispiel in einer Fußnote, hinzuzufügen, haben einige Verlage politisch inkorrekte Worte einfach ersetzt (hier durch Südseekönig). Die Chance einen spannenden und anregenden Diskurs über Zeit- und Sprachgeschichte anzufachen wird vertan; das von Tolkien postulierte Fordern und Fördern des Kindes bei der Lektüre bleibt bei einer solchen Herangehensweise aus.

Artikel vorab erschienen auf www.tolkiengesellschaft.de.

Gegen den Strom, ab in den Nebel

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An der Nebelgrenze

Gestern sind die Flachlandhessen alle rauf auf die Berge, um dort die Sonne zu genießen (s. z.B. Die Vogelsbergerin). Aber ich schwimme gegen den Strom. Während im Vogelsberg eitel Sonnenschein herrscht, schlägt mir kurz hinter Homberg/Ohm eine Nebelwand entgegen. In Marburg angekommen, hoffe ich noch, dass mir die Sonne bald hinunter ins Tal folgt, aber es bleibt den ganzen Tag duster. Die Panoramasicht vom Bismarckturm, Nr. 3 in meiner Sammlung, ist … nicht vorhanden, dafür haben die Schwertrichtstätte am Rabenstein im Nebel und das nur langsam auftauchende Landgrafenschloss auch was. Auf dem Weg von einer Talseite auf die andere nehme ich noch ein paar Eindrücke aus der Altstadt mit.

ca. 10km, Schwierigkeitsgrad: mittel

 

Rundgang durch Herbstein

Modell der Stadt inklusive heidnischer Kultstätte

Modell von Herbstein, mit heidnischer Kultstätte (der Hügel rechts) und der vom Großbrand 1907 zerstörten Gebäude (links oben)

Im Oktober war ich mit dem Tolkien Stammtisch im Vogelsberg in Herbstein unterwegs. Eine Stadtführung brachte uns an jede Menge interessante Orte. Da die Stadt an der deutschen Märchenstraße liegt, sprachen wir beim Abendessen über  „Über Märchen“, Tolkiens bekannteste akademische Veröffentlichung zur Fantasy.