Die Zukunft des Schicksalsbergs

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Gestern haben wir uns auf einer Tour rund um den Hoherodskopf die Zukunft des Schicksalsbergs angeschaut. Mit dem Tolkien Stammtisch Vogelsberg, seit neustem auch unter dem Namen Filig’rain bekannt, ging es zum zweiten Mal auf den Höhenrundweg. Diesmal allerdings mit Naturparkführerin und Stammtischmitglied Andrea, die uns auf einer Einführungstour endlich die Grundlagen über den Vogelsberg vermittelt hat. Jetzt wissen wir genau, auf welcher Art Vulkan wir da tanzen, äh, wandern.

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Beim Abendessen im Schöttener Wirtshaus schauten wir in Karen Wynn Fonstads Atlas von Mittelerde – und da vor allem natürlich auf die Seiten zum Schicksalsberg. Die Ähnlichkeit des Kartenmaterials zum Vulkan, aber auch zu Wetterphänomenen oder Wasserscheiden war frappierend … Die Zukunft des Schicksalsbergs sieht also alles andere als düster aus.

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Vogelsberger Rinder und muntere Pferde

… gibt es laut dem Prospekt auf der Vogelsberger Extratour Eschenrod-Stausee. Und ja, die habe ich auch gesehen. Besonders munter waren die Haflinger am Schönen Stein nicht unbedingt, aber das muss man in der Nachmittagshitze an einem Spätjunisonntag ja auch nicht unbedingt sein. Die Highland-Rinder haben uns ignoriert, während die Angus-Rinder uns kurz vor Ende der Wanderung neugierig folgten.

Vom Parkplatz am Sportplatz in Eschenrod geht es los, vorbei an Streuobstwiesen, Äckern und Weiden. Ein erstes Highlight, welches im Tourenführer keine Erwähnung findet, ist der trostlos daliegende Waldspielplatz, dessen Einrichtung ausschließlich aus industriellen Großspulen besteht, und die dazugehörige sanitäre Einrichtung. Von der kurz danach erreichten Höhe aus hat man einen wunderbaren Ausblick Richtung Hoherodskopf auf der einen und Frankfurt auf der anderen Seite. Bei klarer Luft erkennt man gerade so die Hochhäuser. Durch den Wald geht es gemächlich hinab zum Stausee, vorbei an drei über 100 Jahre alten Mammutbäumen, den ältesten ihrer Art im Vogelsberg.

Am Stausee haben wir eine Pause, samt Vollbad, eingelegt. Eine Wohltat für die heißgelaufenen Füße/Beine! (Die bei mir noch erschwerend in brandneuen Wanderschuhen steckten). Danach geht es wieder bergan, mal sanft, mal etwas steiler, am Anfang mit Blick auf Schotten linker Hand. Das letzte Highlight auf der Reise ist das Geotop Alteburgkopf, ein herausgewitterter Vulkanschlot mit Ringwallanlage. Oben auf der Höhe steht außerdem ein Denkmal für die im ersten und zweiten Weltkrieg gefallenen Forstarbeiter.

Besondere Vorkommnisse: Meine Wandergefährtin ist auf eine Ringelnatter getreten, was der Natter offensichtlich wenig ausmachte, nach dem Tempo und der Behändigkeit des Wegschlängelns zu urteilen. Allerdings drang ein weibischer Aufschrei aus zwei Kehlen – also in etwa so und so – über die Wiese …

14 km, 380 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad: leicht

Weitere Eindrücke von der Tour, im Mai begangen, gibt es übrigens bei der Vogelsbergerin.

So, Drohung wahrgemacht. Weitere Ausflugsberichte folgen.

Missglückte Ringzerstörung auf dem Vulkan

Ich war mal wieder mit den Leuten vom Tolkien-Stammtisch im Vogelsberg unterwegs. Genauer gesagt auf dem Hoherodskopf. Dort ging es, elbengleich, von Flet zu Flet auf dem Baumwipfelpfad, in Waldläufermanier weiter auf dem Höhenrundweg und schlussendlich schlemmten wir wie die Hobbits in der Hoherodskopfklause.

Dabei haben wir versucht (den?) einen Ring zu zerstören. Wir dachten, dass wir das besser gemacht hätten als Frodo & Co. Immerhin hatten wir zu Neunt gesund und munter den Vulkan erreicht. Der wollte den hingeworfenen Ring allerdings nicht schlucken. Ich glaube, wir haben das günstige Zeitfenster verpasst. Vielleicht klappt es, wenn Wotan, Donar und Ziu* mal wieder den Geiselstein öffnen. Nebenbei können wir dann auch gleich den Goldschatz absahnen.

Bei der Rast an der Nidda-Quelle, sprachen wir über Tolkien und Ökologie, vor allem darüber, wie einige Umweltschutzbewegungen sein Werk kreativ für Proteste nutzen. Ich fasste dabei die entsprechende Stelle aus Eike Kehrs Natur und Kultur in J.R.R. Tolkiens The Lord of the Rings (Studien zur anglistischen Literatur- und Sprachwissenschaft, Band 35, Trier: WVT, 2011) zusammen. Spannend waren auch die vielen Beispiele, in denen Vorkommnisse und Orte aus Tolkiens Welt mit der Realität verglichen werden. Die Gebiete, in denen Teersande in Kanada verarbeitet werden, werden zum Beispiel sehr oft als Mordor bezeichnet.

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Wer auch so einen fantastischen Tag erleben möchte, und mehr Informationen zum Tolkien-Stammtisch im Vogelsberg (oder zu einem an einem dem Leser möglicherweise noch näheren Ort) haben möchte, der schaut am besten einfach im entsprechenden Forum der Deutschen Tolkien Gesellschaft vorbei.

*Der uns bei der Wanderung unbekannte ist übrigens Tyr, Gott des Kampfes und des Sieges.