Verwirrung nach dem Downgrade

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Heute kein außerplanmäßiger Halt in Wächtersbach (Blick auf das Schloss)

Neulich im RE 50, kurz nach einer noch pünktlichen Abfahrt am Bahnhof Wächtersbach: „Eine Durchsage der Betriebsleitung: Ab Wächtersbach halten wir an allen Zwischenhalten.“ Der Zug wird also zum RB heruntergestuft, was den Schaffner irgendwie ein bisschen verwirrt. Kurz vor der Einfahrt in den Hauptbahnhof Frankfurt sagt der nämlich: „Wir haben zurzeit 20 Minuten Verspätung wegen außerplanmäßigen Zwischenhalten in Wächtersbach und Hanau.“

Kurzer Hinweis für alle, die nicht regelmäßig durch das Kinzigtal pendeln: Wächtersbach und Hanau stehen sowohl beim RE als auch bei der RB immer auf dem Halteplan. Die außerplanmäßigen Halte waren Wirtheim, Haitz-Höchst, Hailer-Meerholz, Niedermittlau, Rodenbach und Wolfgang – aber die Liste war dem Schaffner vielleicht einfach zu lange.

DB sucht Liftboys für Bahnhof Wächtersbach

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Keine Angst vor großen Zahlen – der Aufzug in Wächtersbach hat nur zwei Ebenen-Tasten.

Die Bahn hat endlich eine Lösung für den ständig defekten Aufzug an Gleis 2/3 im Bahnhof Wächtersbach gefunden. Sie sucht Liftboys, die den Aufzug im Dreischichtbetrieb bedienen und vor allem vor Beschädigungen schützen sollen. „Der ideale Kandidat kann nummerierte Knöpfe bedienen, ist serviceorientiert und hat eine imposante Statur, um mögliche Vandalen abzuhalten. Kenntnisse in Kampfsportarten, Fremdsprachen – vor allem Vogelsberger Dialekt – und in der Aufzugreparatur sind ebenso von Vorteil“, erzählte die zuständige Personalsachbearbeiterin Frau Scherz exklusiv dem Wilden Kinzigtal.

Die Frage, warum beim Umbau überhaupt ein Aufzug und keine Rampe eingebaut wurde, beantwortete Frau Scherz mit Kostengründen. „Unsere kreativen Buchhalter arbeiten ausschließlich mit der Kurzfristrechnung*. Die Rampe war in der Erstanschaffung einfach teurer.“ Mit Wartungs- und Reparaturkosten für den Aufzug hätte man nicht rechnen können. „Wer kann denn ahnen, dass Menschen so zerstörerisch sind, oder die Technik einfach nicht mitspielt?“

Die Liftboy-Lösung findet Scherz ideal: „Kurzfristig bleiben die Ausgaben bei den heutigen Personalkosten auf jeden Fall günstiger als die Rampe. Der Bahnhof wird endlich wieder behindertenfreundlich, sicherer und außerdem schaffen wir zusätzliche Arbeitsplätze im Kinzigtal. Eine rundum gelungene Win-Win Situation.“ Natürlich dürfen sich auch Liftgirls bewerben.

Bewerbungen werden heute noch bis 23:59 Uhr unter April.Scherz@db.com entgegengenommen.

*Eine besonders im öffentlichen Dienst beliebte Unterart der Teilkostenrechnung.

Die Toten vom Kinzigtal

KinzigtalDas Buch ist ja quasi Pflichtlektüre für diesen Blog. Eine Berliner Bekannte schickte mir einen Link dazu, mit der freudigen Botschaft: „Bis vor kurzem hätte mir dieses Tal so gar nichts gesagt.“

Also, ab in ‚meinen‘ Buchladen, Dichtung & Wahrheit in Wächtersbach, wo ich sogar ein vom Autor signiertes Exemplar (2015 im auf Regionalkrimis spezialisierten Kölner emons Verlag erschienen) in die Hand gedrückt bekam. Der ist wohl öfter vor Ort. Matthias Fischer ist schreibender Pfarrer und Notfallseelsorger – und das merkt man.

Vor allem die Frau des Ermittlers – eine Pfarrerin und Notfallseelsorgerin … – aber auch Caspari selbst bieten einen moralischen Kompass, der den meisten Krimis völlig abgeht. Hier wird das Trauma nicht nur erlebt, sondern ansatzweise tatsächlich verarbeitet. Die erschütternden Erfahrungen, die z.B. der Ermittler macht, werden ausnahmsweise nicht in irgendwelche selbstzerstörerischen Bahnen geleitet. Dieser Mensch hat sozialen und spirituellen Rückhalt, was ihn auf jeden Fall für Otto-Normal-Leser zugänglicher macht. Für eingefleischte Atheisten könnte es allerdings etwas zäh werden.

Am Anfang hastet die Geschichte etwas Holter-die-Polter vorbei, was allerdings vor allem daran liegt, dass viele Dinge, die in vorigen Bänden erzählt wurden, hier für Erstleser wie mich kurz zusammengefasst werden. Es werden natürlich jede Menge Schauplätze im und um das Kinzigtal erwähnt. Bei einem davon finde ich es etwas schade, dass er so verändert wurde. Denn die Realität von Schloss Ramholz ist tatsächlich viel spannender als die geschaffene Fiktion. Manchmal bleibt der Schauplatz reines name-dropping, meist in Verbindung mit body-dropping. Ein ganz klein bisschen mehr Orts- und Landschaftsbeschreibung hätte ich bei einem solchen Regionalkrimi schon erwartet. Trotzdem sind weitere Abenteuer mit Dr. Caspari nicht ausgeschlossen. Vielleicht sollte ich allerdings diesmal ganz am Anfang anfangen.