Wäller Abenteuer III: Den Kniebrecher hinab

Blick über Herborn

Ich habe mich heute auf den steilen und kurvenreichen Weg (der deshalb auch Kniebrecher genannt wird) hinab ins Tal nach Herborn gemacht. In Merkenbach bin ich gerade noch vor dem Kirmeszug durch den Ort gekommen. Von meinem Besuch habe ich Bilder von einem Spaziergang durch die Altstadt, inklusive Besichtigung der Kirche, mitgebracht.

Wäller Abenteuer II: Westerwald-Querung

Burg Blankenberg

Heute habe ich den Westerwald überquert – durch drei Bundesländer und meinen kulinarischen Lieblingsort Nister-Möhrendorf (der direkt vor Linsengericht rangiert) – um nach Blankenberg zu kommen. Beim Spaziergang durch die wunderschöne mittelalterliche Stadt habe ich diesmal vor allem den Spielplatz kennengelernt, und das sehr leckere hausgemachte Eis im Zum Alten Turm.

Westerwälder Abenteuer I: Hui, Wäller? Allemol!

Im Tal ist noch Nebel

Ich bin im Moment in meiner alten Heimat – dem Westerwald – unterwegs. Heute ging es auf den Leonhard-Hörpel-Rundwanderweg. Eingestiegen sind wir in die durchgängig gut beschilderte Runde in Nenderoth, von wo es gleich hinauf zum Nenderother Wasserfall ging. Am Naturbiotop Haarhausen konnte man Bäume raten – und am Denkmal des Heimatdichters und Wäller-Gruß-Erfinders Adolf Weiss eine erste Rast machen. Von dort geht es auf einem kleinen, nicht ganz leicht zu entdeckenden Pfad in den Wald und hinauf auf den Gipfel des Knotens (605m). Am Gipfelkreuz haben wir uns natürlich in das Gipfelbuch eingetragen und uns die teils lustigen Einträge angeschaut („Aufstieg ohne Sauerstoffmaske gelungen!“). Beim Abstieg vom Knoten hat man einen tollen Ausblick bis auf den Feldberg im Taunus. Oberhalb von Arborn gab es die nächste Rast unter der alten Linde an den Überresten der Heilig-Kreuz-Kirche. An der Tongrube haben wir kurz den Weg verloren, denn ein Abschnitt scheint oben gesperrt worden zu sein. Einfach links in Richtung See hinunter und dann unten auf dem Weg bleiben (und nicht auf dem ursprünglichen Abstieg links wieder hochlaufen). Wir sind dann noch einen kleinen Umweg gelaufen, um am Sauerborn vorbeizukommen. Dort gibt es ein (für mich) neues Hüttchen und eine Pumpe – inklusive Beschriftung als Bismarck-Quelle. Das Wasser schmeckt total cool, sehr eisenhaltig und leicht mit Kohlensäure versetzt. Von dort aus ging es dann über den Kallenbachradweg zurück nach Nenderoth.

Länge: ca. 18 km (die eigentliche Runde ist 15 km lang)

Schwierigkeitsgrad: mittel

Wäller Winter

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Rodenroth (vorne) und Burg Greifenstein auf der Höhe

Gestern war ich im winterlichen Westerwald spazieren. Genauer gesagt rund um Rodenroth, ein Ortsteil der Gemeinde Greifenstein. Dort, wo der Wind so rauh weht und man das r so schön rrrrolt.

Bei uns auf dem Lande läuft sowas nicht

wwvbTypisch Westerwald (links): Schiefertäfelung

Typisch Vogelsberg (rechts): Holztäfelung

zum Schutz gegen das rauhe Klima

Man soll ja eigentlich nicht Äpfeln mit Birnen vergleichen, aber ich komme gerade nicht umhin, meine alte Heimat (den Rand des Westerwalds) mit meiner neuen Heimat (dem Rand des Vogelsbergs) zu vergleichen. Eigentlich haben die beiden Gegenden ähnliche Voraussetzungen: wunderschöne Landschaft, karge Böden, Überalterung, Leerstände, viel Wind, unverständliche Dialekte …

Obwohl, beim letzterem ist der Westerwald ein bisschen weiter vorn. Die Vogelsberger versteht man doch ein bisschen besser. Wo der Westerwald allerdings ganz weit abgeschlagen ist, ist das Thema gute Lebensmittel. Also, jedenfalls in diesem speziellen Teil des Westerwalds. Da war ich doch Anfang der Woche im REWE ein Ort weiter. Der ist in etwa genauso groß wie der, in dem ich sonst zu Hause im Vogelsberg einkaufen gehe. Ich wollte mit einer Freundin kochen und dafür ein Stück Fleisch, zur Not auch ein Würstchen, in die Pfanne hauen.

Beim Blick in die Metzgerei gleich hinter dem Eingang ist mir eigentlich schon klar, dass es hier kein Bio-Fleisch gibt. Aber das ist ja kein Problem. Der REWE hat in der Kühltheke immer Bio-Fleisch, oder zur Not eben ein Bio-Würstchen, falls das gerade aus ist. Und außerdem gibt es ja noch die Landmarkt-Theke. Vielleicht findet sich ja was schönes Regionales. Bauernhöfe gibt es ja doch einige in der Umgebung. Und da steh ich dann, ganz verloren zwischen den Kühlregalen. Kein Landmarkt, kein Bio-irgendwas. Wo bin ich denn hier gelandet?

Also versuche ich mein Glück doch noch mal bei der Metzgerei vorne. „Haben sie Bio-Fleisch?“ Die Frau schaut mich mit einer Mischung aus Mitleid und Herablassung an. „Nein, sowas läuft hier auf dem Lande nicht.“ Als ob ich nach was Unanständigem gefragt hätte. Und überhaupt, was soll diese Verunglimpfung des Landlebens eigentlich? Ich also: „Das ist ja interessant. Ich komme auch vom Land, aus dem Vogelsberg. Da gibt es sowas. Sogar beim Discounter.“ Die Frau zuckt nur mit den Schultern, sagt aber immerhin jetzt, dass es ihr leidtäte. Ja, mir tut es auch leid.

Vor allem tut ihr mir Leid, ihr armen Westerwälder. Es gibt so viele gute leckere Dinge direkt vor eurer Haustür, und ihr könnt die nicht einfach im Supermarkt um die Ecke kaufen. Meine Eltern beschweren sich übrigens schon lange, dass es keine vernünftigen Bäcker mehr gibt. Der nächste ohne industrielle Großfertigung ist knapp 30km entfernt. Und ja, sie haben Recht. Beim Frühstück fühle ich mich, als würde ich auf durchgeweichter Pappe rumkauen. Zu Hause esse ich täglich, wenn nicht gerade selbst gebacken wurde, ein Backhausbrot von unserem regional tätigen Bäcker, das den Namen wirklich verdient.

Also, merke für den nächsten Besuch in der alten Heimat: Care-Paket mitnehmen. Zum Abendessen mit der Freundin gab es dann übrigens Dinkel-Bratlinge. War auch sehr lecker.